Öffentlicher Nahverkehr lahmgelegt: Warnstreik trifft 15 Bundesländer
Durch einen umfassenden Warnstreik der Gewerkschaft Verdi ist der öffentliche Nahverkehr in weiten Teilen Deutschlands schwerwiegend beeinträchtigt. In 15 der 16 Bundesländer bleiben Busse, Straßen- und U-Bahnen bei vielen städtischen Verkehrsbetrieben gänzlich in den Depots. Ausschließlich in Niedersachsen sind die Verkehrsmittel unbeeinträchtigt, da dort noch die Friedenspflicht gilt. Der Streik begann wie geplant um 3 Uhr und hat das Ziel, im Rahmen der laufenden Tarifverhandlungen Druck auszuüben. Verdis Verhandlungsführer Serat Canyurt erklärt, dass die Gewerkschaft den Fokus auf substanzielle Fortschritte am Verhandlungstisch legt. Trotz des unangenehmen Wetters sei man bereit, die Maßnahmen fortzusetzen.
Während für Pendler und Schüler erhebliche Erschwernisse beim Erreichen ihrer Ziele entstehen, zeigt sich die Deutsche Bahn unberührt vom Streik. Regional- und S-Bahnen in Städten wie Berlin, Hamburg und München verkehren regulär, da der Konzern nicht von Verdi vertreten wird. Im Zentrum der Tarifverhandlungen stehen Forderungen nach verbesserter Arbeitsstruktur: Kürzere Wochenarbeitszeiten, längere Ruhephasen sowie höhere Nacht- und Wochenendzuschläge. Andreas Schackert von Verdi spricht von der Notwendigkeit, die Attraktivität der Berufe im Fahrdienst zu steigern, um einer drohenden Personalnotlage entgegenzuwirken.
Bedeutsam für viele Betroffene ist die Wahrung des sogenannten „Wegerisikos“: Arbeitnehmer sind selbst verantwortlich, pünktlich am Arbeitsplatz zu sein, auch bei Streik. Ebenso bleibt die Schulpflicht für Schüler bestehen, wenn der öffentliche Nahverkehr stillsteht, mahnt Anwalt Wilhelm Achelpöhler.

