Wahlkrimi in den Niederlanden: D66 sichert sich den Sieg
Die politische Landschaft der Niederlande hat sich in den vergangenen Tagen kräftig verändert: Die linksliberale D66 geht als Sieger aus den Parlamentswahlen hervor und lässt die Partei des umstrittenen Rechtspopulisten Geert Wilders knapp hinter sich. Nach der Auszählung fast aller Wahlbezirke verkündete die Nachrichtenagentur ANP das vorläufige Ergebnis, welches D66 mit einem Vorsprung von etwa 15.000 Stimmen klar an die Spitze setzte.
Lange Zeit hing das Resultat der Wahl in der Schwebe, da beide konkurrierenden Parteien nahezu gleichauf lagen. Nun aber hat sich die D66, unter der Führung von Rob Jetten, uneinholbar abgesetzt und steuert auf 27 der insgesamt 150 Sitze im niederländischen Parlament zu. Geert Wilders' Partei für die Freiheit (PVV) büßt hingegen merklich an Boden ein und erlangt 26 Sitze – ein signifikanter Verlust im Vergleich zu den Wahlen von 2023, bei denen die PVV noch die stärkste Kraft war.
Spannung bleibt bestehen, denn rund 90.000 Briefwahlstimmen sind noch nicht ausgezählt. Doch auch dort deutet alles darauf hin, dass die D66 die Nase vorn haben wird und als Favorit in die Verhandlungen zur Regierungsbildung geht. Mit dem Ausscheiden der bisherigen Regierung im Juni, das notwendig wurde, nachdem Geert Wilders die damalige Koalition verließ, übernimmt Jetten das Ruder, um eine neue stabile Koalition zu schmieden. Traditionell hat die Partei mit den meisten Stimmen das Privileg, als erstes Koalitionsgespräche zu führen, allerdings wird eine vierte Partei benötigt, um eine belastbare Mehrheit zu erreichen. Potenzielle Partner könnten die Christdemokraten und die rechtsliberale VVD sein, doch die endgültigen Konstellationen bleiben abzuwarten.

