W�hrend der Fastenzeit aufs Auto verzichten?
Berlin (dpa) - Schlechte Gewohnheiten hinterfragen, auf Annehmlichkeiten bewusst verzichten - daf�r steht die Fastenzeit. Seit 20 Jahren gibt es auch die Idee, der Umwelt zuliebe das Auto stehen zu lassen. Fragen und Antworten dazu.
Ich habe ein Auto - wo ist das Problem?
In Deutschland ist es normal, ein Auto zu haben. Drei von vier Privathaushalten verf�gen �ber mindestens ein Auto. Damit kommt man schnell zum Wohnort, zur Arbeitsstelle, in den Urlaub - zumindest theoretisch. Denn auf den Stra�en hierzulande dr�ngeln sich rund 45 Millionen Fahrzeuge, nicht selten staut es sich. Kaum hinterfragt werden Nebenwirkungen unserer �autogerechten� St�dte: Viele Pl�tze und Gr�nfl�chen werden zum Parken gebraucht, Kinder k�nnen vielerorts nicht allein aus dem Haus, Gespr�che an Hauptstra�en sind wegen des L�rms schwer m�glich.
Was bringt es, wenn ich 40 Tage den Wagen stehen lasse?
Zun�chst einmal: weniger gesundheitssch�dliche Abgase, weniger L�rm. Aber angesto�en werden kann auch ein Nachdenken �ber die eigenen Gewohnheiten: Welche Wege muss ich unbedingt mit dem Auto machen? W�rde es sich nicht auch finanziell rechnen, das Auto zu verkaufen und stattdessen auf Bus und Bahn, das Taxi und Carsharing-Angebote umzusteigen? T�te mir pers�nlich nicht mehr Bewegung auf dem Fahrrad gut? Auch ein E-Bike kann interessant sein: Das Umweltbundesamt rechnet vor, dass Elektrofahrr�der im Stadtverkehr bis zu zehn Kilometern das schnellste Verkehrsmittel sind. Die H�lfte aller Autofahrten ist aber sogar k�rzer als f�nf Kilometer.
Und das Klima?
Auch wenn es bald viel mehr Elektroautos geben soll: �Dicke Luft� ist weiter ein Problem. Die Autos werden nach den Beteuerungen der Hersteller immer sauberer, doch bleibt die Belastung vielerorts kritisch. Besonders im Fokus zurzeit: Das Stickoxid der Diesel-Autos und -Lastwagen, die hierzulande immer zahlreicher werden. Zwischen 2008 und 2016 ist die Zahl der Diesel-Pkw um mehr als 44 Prozent gestiegen. Auch 2016 war die Luft in deutschen St�dten nach Messungen des Umweltbundesamts zu stark mit Stickstoffdioxid belastet. Und auch f�r Ozon und Feinstaub werden die empfohlenen Werte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich �berschritten - diese sind strenger als die EU-Werte. Auch in punkto Klimagase bleibt es kritisch: Im Verkehrssektor sind diese Emissionen zuletzt angestiegen, weil mehr Kilometer gefahren werden. 2015 waren es 160,8 Millionen Tonnen.
Gibt es zu viele Autos in Deutschland?
Das ist Ansichtssache. Zumindest gibt es weltweit wenige Staaten, in denen es pro Kopf mehr Autos gibt. Hierzulande kommen 548 Autos auf 1000 Einwohner, die Zahl ist �ber die Jahre stetig gestiegen. Weltweit liegt Deutschland damit unter den Top 15. Autofahrer verbringen hierzulande zu Sto�zeiten pro Jahr durchschnittlich 30 Stunden im Stau, wie eine Studie des Instituts Inrix zeigt. Nach Stauzeiten liegt unter den St�dten M�nchen auf Platz eins in Deutschland und Platz neun in Europa. Au�erdem sind noch K�ln, Stuttgart, Hamburg, Berlin, Frankfurt, Hannover und das Ruhrgebiet unter den europ�ischen Top 25.

