Wachsende Bedenken um Irans Nuklearprogramm: UN drängt auf Kooperation
Der Direktor der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Rafael Grossi, hat seine Besorgnis über den raschen Anstieg von nahezu atomwaffentauglichem Uran im Iran geäußert. Vor dem Gouverneursrat der IAEA in Wien betonte Grossi, dass es besorgniserregend sei, dass Iran als einziges Land ohne Atomwaffen derartige Materialien produziere. In einer Pressekonferenz forderte er Teheran auf, endlich Antworten zu offenen Fragen hinsichtlich ungeklärter nuklearer Projekte zu liefern und appellierte an die nachhaltige Zusammenarbeit mit der IAEA.
Deutschland, Frankreich, Großbritannien und die USA planen, diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, indem sie eine Resolution in die kommende Sitzung des Gouverneursrats der IAEA einbringen. Ihr Ziel ist es, darauf aufmerksam zu machen, dass Iran gegen seine rechtlichen Verpflichtungen verstoße. Diplomatische Kreise ließen durchblicken, sollte sich die Zusammenarbeit nicht verbessern, könnte im Sommer der UN-Sicherheitsrat eingeschaltet werden.
Trotz westlichem Druck beharrt Iran darauf, keine Atomwaffen bauen zu wollen. Doch die Unsicherheiten um die seit April laufenden US-iranischen Atomgespräche und die zukünftige Zusammenarbeit mit der IAEA bleiben vorerst bestehen. Grossi stellte klar, dass Iran bis in die frühen 2000er Jahre ein Programm zur Entwicklung von Atomwaffenkomponenten unterhielt und es auch danach Projekte gab, die dementsprechend relevant sein könnten.
Die IAEA kann nicht garantieren, dass Irans Nuklearaktivitäten aktuell rein friedlicher Natur sind. Grossi betont jedoch, dass derzeit kein aktives Atomwaffenprogramm im Iran vermutet wird.

