Warum Bitcoin nicht durch einen einzigen Wirtschaftszyklus erklärt werden kann

Der Bitcoin-Kurs wird oft als Ergebnis eines dominanten Faktors betrachtet, sei es der Halving-Zyklus, makroökonomische Liquidität oder spekulative Nachfrage. Diese Sichtweise verkennt jedoch die tiefere Realität, wie der Vermögenswert tatsächlich gehandelt wird. Bitcoin existiert in einem komplexen wirtschaftlichen Umfeld, in dem mehrere Kräfte gleichzeitig wirken und den Preis auf unterschiedliche Weise beeinflussen.
Wenn Bitcoin-Zyklen und makroökonomische Zyklen sich überschneiden
Verschiedene Prozesse beeinflussen sowohl Bitcoin als auch den breiteren Konjunkturzyklus, und die Dynamik ist komplexer als eine einzelne Erzählung. Der Krypto-Analyst Giovanni hat darauf hingewiesen, dass die FOMO-Halving-Erzählung den frühen Bitcoin-Zyklus stark beeinflusst hat und die soziale Rückkopplungsschleife von Bedeutung ist. Gleichzeitig zeigte der Einkaufsmanagerindex (PMI) ebenfalls eine 4-jährige Periodizität, was nicht bedeutet, dass der Bitcoin-Halving-Zyklus irrelevant war.
Diese beiden Zyklen interagieren miteinander, und genau diese Interaktion muss quantifiziert und verstanden werden, anstatt sie mit einfachen Erklärungen abzutun. Giovanni betont, dass der Halving-Zyklus für Miner nach wie vor real ist und nie verschwunden ist. Die Blockbelohnungen werden nach einem festen Zeitplan reduziert, und diese mechanische Änderung wirkt sich direkt auf die Wirtschaftlichkeit der Miner aus.
Diese Effekte breiten sich in irgendeiner Form auf die breitere Bitcoin-Ökonomie aus. Eine Erklärung ist nicht glaubwürdig, wenn das Pendel von „der 4-Jahres-Zyklus ist eine Illusion“ zu „der 4-Jahres-Halving-Zyklus erklärt alles“ schwingt. Eine vereinfachte Geschichte durch eine andere zu ersetzen, verbessert das Verständnis nicht; es verschiebt nur den blinden Fleck.
Es gibt solide mathematische Werkzeuge, die entwickelt wurden, um Zyklus-Kopplung, Phasenausrichtung und Interaktionseffekte zu untersuchen. Giovanni argumentiert, dass die Anwendung dieser Werkzeuge der richtige Weg ist, und es ist unwahrscheinlich, dass dadurch eine neue einfache Erzählung entsteht. Wahrscheinlicher ist, dass eine reichhaltigere Struktur entsteht, in der interne und externe Zyklen auf nicht triviale Weise interagieren.
Wie das Modell Auf- und Abwärtsbewegungen schätzt
Ein Analyst, bekannt als The Smart Ape, hat ein theoretisches Wahrscheinlichkeitsmodell entwickelt, um die Auf- und Abwärtsbewegungen des Bitcoin-Preises in den 15-Minuten-Märkten auf Polymarket zu schätzen. Das Modell ist bewusst einfach gehalten und berechnet Wahrscheinlichkeiten anhand des Zielpreises, des aktuellen Bitcoin-Preises und der verbleibenden Zeit bis zum Ende der Marktperiode.
Besonders auffällig war, wie genau die theoretischen Ergebnisse mit den realen Marktwahrscheinlichkeiten übereinstimmten. Der Unterschied zwischen den Marktpreisen und den Modellwahrscheinlichkeiten lag konstant in einem engen Bereich von 1-5%, was darauf hindeutet, dass das Modell das tatsächliche Marktverhalten mit bemerkenswerter Genauigkeit nachverfolgt.
In diesem Markt werden die Wahrscheinlichkeiten direkt von Händlern festgelegt, was deutlich zeigt, wie stark diese Märkte von Bots dominiert werden und durch logische Regeln und Algorithmen gesteuert werden. The Smart Ape argumentiert, dass, wenn der Markt hauptsächlich von menschlichen Händlern getrieben wäre, die realen Wahrscheinlichkeiten nicht so eng mit einem theoretischen Modell übereinstimmen würden.

