VW in der Krise – Ex-Chef Herbert Diess kassiert 24 Millionen Euro fürs Nichtstun
Laut dem aktuellen Vergütungsbericht blieb Diess’ Vertrag bis Oktober 2025 bestehen. Eine Abfindung wurde zwar nicht gezahlt, die vertraglich zugesicherte Vergütung aber weiter ausgezahlt. Damit zählt Diess weiterhin zu den bestbezahlten Managern der Branche. 2023 verdiente er laut Volkswagen 11,2 Millionen Euro – mehr als sein Nachfolger Oliver Blume mit 10,3 Millionen Euro.
Der Zeitpunkt ist brisant: VW will jährlich vier Milliarden Euro einsparen und bis 2030 bis zu 35.000 Stellen abbauen. Besonders im Stammwerk Wolfsburg wächst die Unsicherheit, ganze Produktionsbereiche sollen zusammengelegt oder ausgelagert werden.
Nach seiner Abberufung übernahm Diess den Aufsichtsratsvorsitz beim Chiphersteller Infineon und betreibt in Spanien ein Hotel, eine Rinderzucht und eine kleine Brennerei. Formell blieb er Volkswagen als Berater verbunden, über Art und Umfang seiner Tätigkeit äußerte sich der Konzern nicht.
Ab Herbst 2025 soll Diess in den Ruhestand gehen – und ab dann seine Pensionsbezüge beziehen. Für viele Mitarbeiter, die um ihre Arbeitsplätze bangen, wirkt die Millionenvergütung des einstigen Sanierers wie ein Symbol dafür, wie weit sich das Topmanagement von der Realität der Belegschaft entfernt hat.


