Vorsichtige Anleger setzen verstärkt auf Geldmarktfonds
Die Entwicklungen an der Frankfurter Börse zeigen, dass Anlegerinnen und Anleger zunehmend sicherheitsorientiert handeln. Dies äußert sich in einem deutlichen Anstieg des Interesses an Geldmarktfonds. Während viele Investoren sich angesichts fallender Kurse von Aktienfonds verabschiedeten, erholen sich die Märkte nur zögerlich, was das Vertrauen weiter schwächt.
Im Juni stieg der Anteil der Geldmarktfonds an den Gesamtumsätzen der aktiven Fonds auf bemerkenswerte 13,2 Prozent. Dies ist ein erheblicher Sprung im Vergleich zu durchschnittlich 5 Prozent in den ersten Monaten des Jahres und nur knapp über 3 Prozent im Mai. Als Spitzenreiter in diesem Segment erweist sich der CB Geldmarkt Deutschland I A AD, der signifikante Umsätze verzeichnet.
Matthias Präger von der Baader Bank berichtet von einer regen Nachfrage in diesem Bereich, mit Käufen, die fast ausschließlich von der Käuferseite getätigt werden. Besonders beliebt sind dabei auch der FT AccuGeld AC EUR und der Franklin US Dollar Liquid Reserve Fund, selbst wenn bei letzterem Währungsrisiken bewusst in Kauf genommen werden.
Interessanterweise gehören im Juni fünf Immobilienfonds zu den Top-10 der Umsatz-Rankings, darunter der hausInvest und grundbesitz europa. Laut Ivo Orlemann von der ICF Bank bleibt das Verhältnis zwischen Käufen und Verkäufen in diesem Bereich jedoch ausgeglichen, was auf viele kleinere Orders hinweist. Der Deka-ImmobilienEuropa und der UniImmo: Europa erfreuen sich ebenfalls wachsender Aufmerksamkeit.
Der Juni stellte sich als vergleichsweise ruhiger Monat heraus, berichten Händler von wenigen Aktivitäten. Insbesondere Aktienfonds wie der DWS Deutschland, DWS Top Dividende und Dirk Müller Premium Aktien erlitten durch Stopp-Loss-Verkäufe Rückgänge. Als sich die Märkte erholten, beruhigte sich der Fondshandel merklich.
Der Umsatzanteil der Aktienfonds erreichte mit 38,4 Prozent den niedrigsten Wert des laufenden Jahres. Dafür gewinnen Rentenfonds an Beliebtheit und verzeichnen einen Anstieg auf 7,8 Prozent. Besonders heraus sticht der Deutsche Floating Rate Notes, der mit Investitionen in kurzfristige Staats- und Unternehmensanleihen ein Plus von 3,4 Prozent auf Jahressicht erzielt hat.

