Untergang

Vor 110 Jahren sank die «Titanic»

03. April 2022, 15:33 Uhr · Quelle: dpa
Sie sollte als Meisterwerk des Schiffbaus in die Geschichte eingehen. Stattdessen verbindet alle Welt den Namen «Titanic» nun mit einem der größten maritimen Unglücke der Geschichte.

London (dpa) - Ein Schiffbruch schien unvorstellbar. «Wir sind auf einem Schiff, das unsinkbar ist», sollen die Ingenieure der «Titanic» einst gesagt haben. Ausreichend Rettungsboote für alle Passagiere schienen überflüssig.

Ein Meisterwerk des Schiffbaus in bis dato unerreichter Größe, gebaut in mühevoller Handarbeit mit allem Luxus, besonderen Sicherheitsvorkehrungen und Liebe zum Detail. Ein mehr als 52.000 Tonnen schwerer Koloss, geschaffen für die Ewigkeit - der jedoch nur zu einer einzigen Reise aufbrach, die auf tragische Weise endete.

Vor 110 Jahren, am 10. April 1912, stach die «Titanic» in See. Nur vier Tage später, am 14. April, kollidierte das Schiff mit einem Eisberg, der sein Schicksal besiegelte. Das scharfe Eis beschädigte den Schiffsbauch und riss folgenschwere Lecks. Innerhalb von Stunden liefen Unmengen Wasser in die «Titanic», die schließlich auseinander brach, Feuer fing und in die Tiefe sank. Hunderte Menschen konnten sich auf den wenigen Rettungsbooten in Sicherheit bringen, rund 1500 Passagieren und Crew-Mitgliedern aber brachte das eisige Wasser des Nordatlantiks den Tod.

Ausstellung in London

Heute, im Jahr 2022, fasziniert die Tragödie noch immer. Auch viele junge Menschen sind unter den Besucherinnen und Besuchern der «Titanic»-Ausstellung, die in diesen Wochen am sogenannten Dock X im Südosten von London zu sehen ist. «Obwohl es 110 Jahre her ist, ist es, als ob es vor nicht allzu langer Zeit passiert wäre, und wenn wir diese Geschichten hören, können wir verstehen, dass wir uns nicht viel verändert haben - wir hätten alle dort sein können!», sagte der schwedische Kurator der Ausstellung, Claes-Göran Wetterholm, der Deutschen Presse-Agentur.

Viele Fotos der Schiffsarbeiter und Passagiere von damals sind vergilbt, und doch schafft es die Schau, die «Titanic» ein Stück weit ins Jetzt zu holen. «Ein Mammut ohne jeden Vergleich. Man kann es nicht glauben, bis man es gesehen hat», heißt es in den Tagebuch-Notizen eines Beobachters wenige Tage vor der Jungfernfahrt. Läuft man durch die Nachbildung eines Flures, der auf der «Titanic» zu den Erste-Klasse-Kabinen führte, bekommt man eine Ahnung, wie es sich damals angefühlt haben könnte, Fahrgast auf dem berühmten Dampfer zu sein. Klar wird auch, aus welch unterschiedlichen Hintergründen die Menschen an Bord kamen.

Fahrkarten haben überlebt

Für den jungen Spanier Victor Peñasco, dessen feiner Smoking zu den erhaltenen Originalstücken der Ausstellung gehört, war die Fahrt einfach ein großes Abenteuer, gemeinsam mit seiner Frau war er in der ersten Klasse unterwegs. Im untersten Teil der «Titanic» schufteten hingegen die Arbeiter an den Kohleöfen, um den Energiebedarf des Schiffs zu stillen und das emsige Treiben am Laufen zu halten.

Wetterholm, der sich bereits seit den 1960er Jahren mit der Historie der «Titanic» auseinandersetzt, ist von dem Schiff selbst mindestens ebenso fasziniert wie von den Geschichten der Reisenden. Geht es um die Anekdote des Eherings der verunglückten Gerda Lindell, der Tage nach dem Unglück am Boden eines Rettungsboot gefunden wurde, oder um die Schuhe eines kleinen Mädchens, gerät er ins Schwärmen. «All diese Dinge erzählen die menschliche Geschichte», meint der Schwede.

Selbst Original-Fahrkarten und auf der «Titanic» verfasste Briefe haben das Unglück überlebt. Sie sind Dokumente der großen und kleinen Hoffnungen im Gepäck der Passagiere. Nicht umsonst war die «Titanic» auch als «Schiff der Träume» bekannt. Von Southampton im Süden Englands aus begann sie ihre schicksalsreiche Fahrt. Ziel- und Sehnsuchtsort: New York.

Der Wucht der Natur ausgeliefert

Wie die Geschichte ausgeht, ist kein Geheimnis. Doch nachgestellte Aufnahmen davon, wie die wenige Tage zuvor noch von den Massen bejubelte «Titanic» Stück für Stück unter der Wasseroberfläche verschwindet, entfalten einen Sog, dem man als Zuschauer nur schwer entkommt. Das Schicksal, trotz dem neuesten Stand der Technik der Wucht der Natur ausgeliefert zu sein, macht die «Titanic»-Saga auch heute zu einem aktuellen Stoff. Damals wie heute sind mit technischen Innovationen große Hoffnungen verbunden. Doch in Zeiten häufiger werdender Naturkatastrophen zeigt sich auch immer wieder, wie ausgeliefert der Mensch dieser Wucht sein kann.

Von Meerespflanzen überwuchert liegt das Wrack oder das, was davon übrig ist, bis zum heutigen Tag auf dem Grund des Ozeans. Kurator Wetterholm sieht die Geschichte der «Titanic» auch als symbolisch für das an, was man im alten Griechenland unter «Hybris» verstand - also die menschliche Sünde der Anmaßung und Selbstüberschätzung.

Schifffahrt / Notfälle / Geschichte / Großbritannien / International
03.04.2022 · 15:33 Uhr
[3 Kommentare]
Jobcenter (Archiv)
Berlin - Der Vorstoß von Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) zur Einführung einer Arbeitspflicht für Bürgergeld-Empfänger stößt im Bundesarbeitsministerium von Bärbel Bas (SPD) auf Skepsis. Zwar könnten Arbeitsgelegenheiten "dazu beitragen, Tagesstrukturen zu stabilisieren und Mitwirkungsbereitschaft zu fördern", sagte eine Sprecherin […] (00)
vor 10 Minuten
Sasha
(BANG) - Sasha ist davon überzeugt, dass ihn Dick Brave einst gerettet hat. Der Sänger schaffte 1998 mit dem Hit 'If You Believe' den großen Durchbruch. Plötzlich war er ein international erfolgreicher Popstar und Teenie-Schwarm. Fünf Jahre lang habe er auf der Überholspur gelebt, erzählte Sasha im Gespräch mit 'Bunte'. Doch das hohe Pensum forderte […] (02)
vor 20 Stunden
Medienmogul Jimmy Lai
Hongkong (dpa) - Ein Gericht in Hongkong hat den Medienmogul und Demokratieaktivisten Jimmy Lai zu einer langen Haftstrafe von 20 Jahren verurteilt. Der 78-Jährige war im Dezember wegen Verschwörung zur Zusammenarbeit mit ausländischen Kräften und der Veröffentlichung aufrührerischer Publikationen schuldig gesprochen worden.  Schlimmstenfalls drohte ihm […] (00)
vor 2 Stunden
State of Play wohl am 12. Februar – PlayStation-Direktor heizt Gerüchte unbeabsichtigt an
Die Gerüchteküche rund um den nächsten State of Play brodelt und diesmal scheint Sony Interactive Entertainment selbst Öl ins Feuer gegossen zu haben. Ausgerechnet ein hochrangiger PlayStation-Manager könnte den Termin für die nächste Ausgabe unbeabsichtigt bestätigt haben. Aktuell deutet vieles darauf hin, dass der nächste State of Play am 12. […] (00)
vor 9 Stunden
Neue «Zog»-Serie enthüllt prominente Stimmen für BBC-Kinderabenteuer
Die CG-Animationsserie nach den Büchern von Julia Donaldson und Axel Scheffler startet im Frühjahr bei CBeebies und BBC iPlayer. Die BBC hat die Sprecherbesetzung für die neue Animationsserie Zog bekannt gegeben. Die 52-teilige Comedy-Abenteuerserie richtet sich an Vorschulkinder und basiert auf den beliebten Bilderbüchern von Julia Donaldson und Axel Scheffler. Produziert wird das Format von […] (00)
vor 1 Stunde
Brad Pitt
Santa Clara (dpa) - Beim Super Bowl geht es um American Football, die spektakulärste Halbzeitshow - und auch um das vielleicht begehrteste TV-Werbefenster der Welt. Millionen von US-Dollar werden für die aufwendig produzierten Werbespots in der Primetime beim übertragenden Sender NBC hingeblättert. Die Nachfrage ist riesig, die Reichweite auch. Die […] (00)
vor 1 Stunde
eth, ethereum, cryptocurrency, coin, finance, currency, money, gold, wealth, stock exchange
Die Digital Brands Group (DBG), ein renommiertes börsennotiertes Unternehmen mit spezialisiertem Fokus auf E-Commerce und Mode, erweitert strategisch ihr Engagement im Bereich der lizenzierten Sportartikel. Im Februar des kommenden Jahres plant das Unternehmen die Durchführung von vier bedeutenden Campus-Fotoshootings, wobei es sich bei zwei dieser […] (00)
vor 12 Minuten
Neue Janosch Moldau EP und exklusive Konzerte für Fanclub Mitglieder
Neu-Ulm, 08.02.2026 (lifePR) - Der Musiker Janosch Moldau überrascht mit der Ankündigung einer neuen EP auf seinem offiziellen Patreon-Profil. Die EP soll bereits im Frühjahr dieses Jahres erscheinen und den Titel 'Goodbye World' tragen. Das Werk wird 4 ganz neue Songs aus der Feder von Janosch Moldau enthalten und soll zudem in einen extrem rohen, synthesizerlastigen Sound daherkommen. Viele […] (00)
vor 8 Stunden
 
Ltur (Archiv)
Hannover - Der Reisekonzern Tui nimmt das Geschäft mit Budgetreisen, also günstigeren […] (00)
Achtung, Gesundheitsgefahr! Warum Ihr Restaurantessen kaum noch geprüft wird
Die deutsche Lebensmittelüberwachung steht vor einem systemischen Kollaps. […] (00)
Metin Hakverdi (Archiv)
Berlin - Der Transatlantik-Koordinator der Bundesregierung, Metin Hakverdi, schließt […] (04)
Bilanz Grundrente
Berlin (dpa) - Mit einer Grundrente von durchschnittlich 97 Euro im Monat hat der […] (01)
Super Bowl als KI-Schlachtfeld: Anthropic attackiert OpenAI wegen ChatGPT-Werbung
Angriff in der Prime Time Während des Super Bowl LX – mit erwarteten rund 120 […] (01)
Michael Keaton
(BANG) - Michael Keaton hat Catherine O’Hara eine Woche nach ihrem überraschenden Tod […] (00)
nahaufnahme von bitcoin-symbolschildern im freien, die moderne kryptowährungstrends widerspiegeln.
Der Bitcoin-Kurs hat sich nach einem Rückgang auf 60.000 $ erholt und […] (00)
Ghost of Yōtei verkauft sich schneller als Ghost of Tsushima
Sony hat erstmals konkrete Hinweise zur Verkaufsentwicklung von Ghost of Yōtei […] (00)
 
 
Suchbegriff