Vogelgrippevirus-Fragmente in US-Milchproben entdeckt
Die jüngsten Untersuchungen der US-amerikanischen Lebensmittelüberwachung haben einen erstaunlichen Befund ergeben: In etwa 20 Prozent der überprüften Einzelhandelsmilchproben wurden Fragmente des Vogelgrippevirus nachgewiesen. Dies teilte die Food and Drug Administration (FDA) in einem kürzlichen Online-Report mit. Vor allem Proben aus Regionen, in denen bereits Infektionen bei Milchviehherden bekannt sind, wiesen eine höhere Positivrate auf. Die Behörde sowie öffentliche Gesundheitsexperten versichern allerdings, dass von der Milch keine Gefahr für den Verbraucher ausgeht und keine aktiven Viren in den Milcherzeugnissen im Handel vorhanden sind.
Der hohe Anteil an positiven Testergebnissen auf nationaler Ebene deutet jedoch darauf hin, dass der Ausbruch der Vogelgrippe unter Milchkühen weitreichender sein könnte als bisher angenommen. Mit einer offiziellen Zählung von 33 infizierten Herden in acht Bundesstaaten spiegelt die Testrate ein deutliches Bild der ernsten Lage wider.
"Dies lässt darauf schließen, dass sehr viel Virus im Umlauf ist", kommentiert Richard Webby, ein Virologe und Influenza-Experte am St. Jude Children's Research Hospital. Webby zeigt sich überzeugt, dass es noch möglich sei, das Virus, welches als H5N1 bekannt ist, aus den Milchfarmen des Landes zu eliminieren. Allerdings betont er die Notwendigkeit, vertiefte Kenntnisse über die Ausbreitung zu gewinnen, um effektive Kontrollmaßnahmen zu entwickeln.
Die aktuellen Funde werfen zudem Fragen nach der bisher unentdeckten Verbreitung des Virus und nach möglicher verborgener Verbreitung auf. Experten hatten die Teststrategie der Bundesbehörden bereits zuvor kritisiert, da diese zu begrenzt sei, um das wahre Ausmaß der Virusspread zu erfassen. (eulerpool-AFX)

