Vinci trotzt Erwartungen, Börse bleibt skeptisch
Der französische Mischkonzern Vinci hat im dritten Quartal ein respektables Wachstum hingelegt und damit die Erwartungen vieler Analysten übertroffen. Die Umsätze des Unternehmens legten um fast fünf Prozent auf bemerkenswerte 19,4 Milliarden Euro zu. Auch das bisherige Jahresergebnis mit einem Anstieg von 3,7 Prozent auf insgesamt 54,3 Milliarden Euro kann sich sehen lassen. Doch trotz solider Geschäftszahlen konnten Anleger nicht überzeugt werden.
Sämtliche Geschäftsbereiche von Vinci trugen in den ersten neun Monaten positiv zur Entwicklung bei, insbesondere das Energie- und Konzessionsgeschäft erwiesen sich als wichtige Wachstumsmotoren. Im Gegensatz dazu zeigte das Baugeschäft, das traditionell den größten Anteil am Umsatz hat, ein verhalteneres Wachstum.
An der Börse konnten die positiven Zahlen indes nicht punkten. Die Aktie verzeichnete zuletzt einen Abschwung um 3,2 Prozent und fiel somit ans Ende des EuroStoxx-50-Indexes zurück. Damit durchbrach sie den kurzfristigen Aufwärtstrend, der sich erst kürzlich verfestigt hatte. Trotz dieses Rückgangs verzeichnet die Aktie im Jahresverlauf jedoch einen Zuwachs von rund 19 Prozent.
Analystenmeinungen fielen gemischt aus. Das Team von Jefferies lobte zwar die soliden Zahlen, merkte jedoch an, dass das Flughafengeschäft als Schwachpunkt herausstach. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass der Auftragseingang wenig spektakulär ausfiel. RBC-Analyst Ruairi Cullinane hob jedoch positiv hervor, dass die Einnahmen die Markterwartungen übertroffen haben.
Obwohl Vinci für das dritte Quartal keine Gewinnzahlen offenlegte, etwas, das in Frankreich üblich ist, bestätigte das Unternehmen seine Jahresprognose. Ein weiteres Wachstum des Auftragsbuches um sechs Prozent stützt diese Prognose, obwohl das Neugeschäft bis Ende September leicht um drei Prozent zurückging.

