VHS-Textilfassade filtert über 30 Prozent der Luftstickoxide
Forschungsprojekt in Köln erfolgreich

01. September 2025, 13:39 Uhr · Quelle: Pressebox
VHS-Textilfassade filtert über 30 Prozent der Luftstickoxide
Foto: Pressebox
Auf Basis gemittelter Monatswerte erreicht die stickoxidbindenden Membran am Gebäude der Kölner Volkshochschule Filterleistungen von rund 30 Prozent
Die photokatalytische Fassade an der Kölner VHS erreicht über 30 Prozent Filterleistung für Stickoxide. Dieses Projekt demonstriert effektive Lösungen für urbane Luftreinigung und Klimaschutz.

Köln / Hamburg / Bielefeld, 01.09.2025 (PresseBox) - 2024 haben die Stadt Köln, die Stiftung „Lebendige Stadt“ und das Unternehmen Schüco mit der photokatalytischen Textilfassade an der Volkshochschule in der Cäcilienstraße in der Kölner Innenstadt ein Forschungsprojekt zur Reinigung stickoxidbelasteter Luft gestartet. Nun vermelden die Projektpartner erste Ergebnisse:

Die im Oktober 2024 begonnenen Messungen an der stickoxidbindenden Membran am Gebäude der Volkshochschule in der Cäcilienstraße 35 belegen, dass auf Basis gemittelter Monatswerte Filterleistungen von rund 30 Prozent erreicht werden. Einzelne Tagesmessungen liegen sogar darüber. Für die weniger lichtintensive Nordausrichtung des VHS-Gebäudes ist dies ein beeindruckender Wert. Im Projekt wurde auch nachgewiesen, dass die Filterleistung mit zunehmender Tageslichtdauer und Temperatur steigt. Seit Januar 2025 hat sich der Wert der Filterleistung kontinuierlich verbessert. Dieser positive Trend setzte sich bis zuletzt unverändert fort. Bei einer Südausrichtung der Membran unter sonst gleichen Umgebungsbedingungen ist daher von einer bis zu dreifach höheren Lichtintensität auszugehen, wodurch die Filterleistung deutlich größer als an einer Nordfassade wäre.

Der Mehrwert des Projekts

Luftreinigung und Gesundheitsschutz

Der photokatalytische Filter besteht aus zwei bedruckten Membranflächen der Größe von jeweils 8 x 20 Metern und ist mit einer digitalen Messtechnik ausgestattet. Die Membran filtert mittels aufgebrachter Wirkstoffe gesundheits- und umweltschädliche Stickoxide und verwandelt diese in unschädliche Mineralien. Durch eine Messtechnik wird die Luftqualität vor und hinter der Membran gemessen, um die luftreinigende Filterleistung auszuwerten und zu dokumentieren.

Klimaschutz und Anpassung an den Klimawandel

Die Membran hat einen Kühleffekt auf das Gebäudeinnere, da sie die Gebäudefassade vor unmittelbarer Sonneneinstrahlung und damit das Innere vor Erhitzung schützt. Dadurch sinkt der Energiebedarf für die Kühlung, was CO₂-Emissionen reduziert. Gleichzeitig strahlt die Membran weniger Hitze in den urbanen Raum ab, so dass auch hier ein Kühleffekt eintritt. Das ist ein wichtiger Baustein für Klimaanpassungsstrategien.

Kreislaufwirtschaft

Die Textilfassade ist aus wiederverwerteten Materialien hergestellt: Für ihre Produktion wurden über 4.400 recycelte PET-Flaschen und für die Unterkonstruktion Aluminium mit einem Recyclinganteil von 75 Prozent verwendet. Auf den Einsatz von Klebestoffen wurde verzichtet. Damit kann die Textilfassade später dem Recyclingprozess zugeführt werden.

Ästhetik der Fassade

Die Textilfassade wird vor dem Gebäude installiert und kann individuell und künstlerisch gestaltet und mit einfachen Mitteln ausgetauscht werden.

Die Messungen laufen noch bis zum 31. Dezember 2025. Im Anschluss erfolgt die Auswertung des gesamten Forschungszeitraums seit Oktober 2024. Das Forschungsprojekt soll wegweisenden Charakter auch für andere Städte haben.

Für dieses innovative Umweltprojekt hat die Stadt Köln eine Kooperation mit der Stiftung „Lebendige Stadt“ und dem Unternehmen Schüco geschlossen. Schüco finanziert die Herstellung und Montage der Membran, die Stiftung „Lebendige Stadt“ die fortlaufende Messung und Auswertung der Ergebnisse. Damit hat sie das renommierte Forschungszentrum Jülich beauftragt. Die Stadt Köln stellt die Fassadenfläche bereit und erstattet die anfallenden Gebühren.

Zitate

Petra Rinnenburger, geschäftsführende technische Betriebsleiterin der Gebäudewirtschaft der Stadt Köln:

„Mit der Zwischenbilanz dieses Umweltprojektes setzen wir ein deutliches Signal: Innovative Ansätze, klare Ziele und transparente Zusammenarbeit mit Partnern treiben Umwelt- und Klimaschutz messbar voran. Die bisherigen Ergebnisse bestärken uns darin, diesen Weg weiter fortzusetzen, um nachhaltige Veränderungen zu erzielen.“

Rando Aust, Bevollmächtigter des Vorstands Stiftung „Lebendige Stadt“:

„Unser Forschungsprojekt ist mit einer Filterleistung von über 30 Prozent schon jetzt ein Erfolg, zumal die Werte an einer weniger lichtintensiven Nordfassade ermittelt wurden. Darüber freuen wir uns sehr! In Hamburg hatten wir 2020 einen ersten Prototypen, der allerdings an einer deutlich lichtintensiveren Westfassade installiert war und ebenfalls 30 Prozent Filterleistung aufwies. Seitdem haben unsere Wissenschaftler unter Leitung von Jan Serode die Textilmembran kontinuierlich weiterentwickelt. An einer Südfassade wären somit noch höhere Werte möglich. Unser Kölner Forschungsprojekt wird somit beispielgebend für die Luftreinigung in Innenstädten. Das Interesse in anderen Städten ist bereits groß.“

Henning Kühn,Technical Project Manager Shading & Energy Solutions Schüco International KG:

„Es ist sehr erfreulich, dass die Messwerte so positive Ergebnisse geliefert haben. Sie unterstreichen, dass Gebäudehüllen einen wichtigen Beitrag für lebenswerte und gesunde Städte leisten können. Mit dem gemeinsamen Forschungsprojekt entwickeln wir Innovationen weiter, die insbesondere den urbanenGebäudebestand aufwerten und mit Klima- und Umweltzielen in Einklang bringen. Die gesammelten Erfahrungen aus diesem Projekthelfen dabei, die nächsten Schritte zu gehen. So können wir gemeinsam aus einer innovativen Idee eine praktische Lösung für klimagerechte Städte entwickeln.“

Dr. Jan Serode, Experte für nachhaltiges Bauen und wissenschaftlicher Projektleiter:

„Die Messwerte an der Kölner Fassade liegen bereits deutlich über unseren Erwartungen. Das unterstreicht welches Potenzial in unseren Städten für zukunftsweisende Lösungen an der Schnittstelle von Klima- und Gesundheitsschutz steckt. Erst durch mutige Pilotvorhaben wie dieses sammeln wir die Erfahrungswerte, mit denen Innovationen entstehen und auch immer weiter optimiert werden. Umso wichtiger sind starke Unterstützer wie die Stiftung „Lebendige Stadt“, Schüco, die Stadt Köln und das Forschungszentrum Jülich, die mit ihrem Engagement Pionierlösungen wie diese in die Praxis umsetzen.“

Die Partner:

Stiftung „Lebendige Stadt“

Die von Unternehmer und Mäzen Alexander Otto im Jahr 2000 gegründete Stiftung „Lebendige Stadt“ verfolgt das Ziel, die kulturelle Vielfalt und Lebendigkeit der Städte zu fördern. Das bewegte Fördervolumen von über 37 Mio. Euro umfasst u.a. die Grüngestaltung des Essener Krupp-Parks, die künstlerischen Illuminationen des Berliner Reichstagsgebäudes und Kölner Rheinufers sowie die Neugestaltungen des Hamburger Jungfernstiegs. Weitere Informationen zur Stiftung finden Sie unter www.lebendige-stadt.de.

Schüco – Systemlösungen für Fenster, Türen und Fassaden

Die Schüco Gruppe mit Hauptsitz in Bielefeld entwickelt und vertreibt Systemlösungen für die Gebäudehülle aus den Materialien Aluminium, Stahl und Kunststoff. Das Produktportfolio umfasst Fenster-, Tür-, Fassaden-, Lüftungs-, Sicherheits- und Sonnenschutzsysteme sowie intelligente und vernetzbare Lösungen für den Wohn- und Objektbau. Darüber hinaus bietet Schüco Beratung und digitale Lösungen für alle Phasen eines Bauprojektes – von der initialen Idee über die Planung, Fertigung und Montage bis hin zum After Sales Service mit Wartung und Instandhaltung. Ergänzt wird das Portfolio durch Maschinen zur Fertigung und einen kundennahen Service. Als eines der führenden Unternehmen der Bauindustrie hat sich Schüco dem Ziel verschrieben, Vorreiter für ganzheitliche Nachhaltigkeit zu sein und mit seinen Produkten und Services einen aktiven Beitrag zur Verwirklichung von Klimaneutralität und Kreislaufwirtschaft im Bauwesen zu leisten. 1951 gegründet, ist Schüco heute in mehr als 80 Ländern aktiv und hat mit 6.850 Mitarbeitenden in 2024 einen Jahresumsatz von 2,05 Milliarden Euro erwirtschaftet. Weitere Informationen unter www.schueco.de

Forschungszentrum Jülich (FZJ)

Das Forschungszentrum Jülich erforscht als Mitglied der Helmholtz-Gemeinschaft mit mehr als 7000 Beschäftigten Optionen für die digitalisierte Gesellschaft, ein klimaschonendes Energiesystem und Ressourcen schützendes Wirtschaften. Die nationale Forschungseinrichtung verbindet Natur-, Lebens- und Technikwissenschaften in den Bereichen Information, Energie und Bioökonomie mit besonderer Expertise im Höchstleistungsrechnen und setzt dabei einzigartige wissenschaftliche Infrastrukturen ein. Weitere Informationen unter www.fz-juelich.de.

Energie- / Umwelttechnik / Luftreinigung / Stickoxide / Photokatalytischä Fassade
[pressebox.de] · 01.09.2025 · 13:39 Uhr
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