Verzögerte Tarifverhandlungen: Deutsche Bahn und GDL treten auf der Stelle
Im Tarifkonflikt zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bleiben nach dem dritten Verhandlungstreffen wesentliche Fragen offen. Beide Parteien vertagten die Gespräche und vereinbarten, ihre Verhandlungen am 9. Februar fortzusetzen. GDL-Chef Mario Reiß betonte, dass ein entscheidender Schritt im Verlauf der Verhandlungen erreicht werden muss. Es sei notwendig, beim nächsten Treffen Angebote auf den Tisch zu legen, die eine ernsthafte Prüfung erlauben. Die GDL hatte bereits vor der letzten Runde ein solches Angebot von der Bahn gefordert, jedoch blieb dies bisher aus. Wesentliche Themen bedürfen nach wie vor weiterer Klärung.
Auch seitens der Deutschen Bahn wurde der Handlungsbedarf eingeräumt. Trotz einer sachlichen und konstruktiven Atmosphäre seien die Vorstellungen beider Seiten immer noch auseinanderliegend, erklärte Martin Seiler, der Konzern-Personalvorstand. Die nächste Gesprächsrunde ist auf fünf Tage angesetzt und man hofft, bis Ende Februar einen abschließenden Konsens zu erzielen. Für die Fahrgäste bleibt die Situation vorerst ohne Auswirkungen, da Streiks aufgrund der Friedenspflicht erst nach Ende Februar möglich wären.
Die GDL fordert eine Gesamterhöhung von 8 Prozent, die sich aus einer direkten Entgelterhöhung von 3,8 Prozent und weiteren Anpassungen im Tarifsystem zusammensetzen soll. Zudem steht die Einführung einer neuen Tarifstufe zur Debatte, wobei der angestrebte Tarifvertrag eine Laufzeit von zwölf Monaten haben soll.

