Spannung bei den Tarifverhandlungen: Deutsche Bahn und GDL in kritischer Phase
Die Tarifverhandlungen zwischen der Deutschen Bahn und der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) bewegen sich derzeit auf unsicherem Terrain. Angesichts des jüngsten Angebots der Bahn äußerte GDL-Chef Mario Reiß Zweifel an der Fortführung der Gespräche. In der vierten Verhandlungsrunde, die bis Freitag angesetzt ist, zeigt sich Reiß zögerlich in Bezug auf eine mögliche Einigung, da das Angebot aus seiner Sicht "niederschwellig" sei. Dennoch bleibt Hoffnung, dass die Verhandlungen bis Ende Februar wieder auf Kurs gebracht werden könnten.
Das Angebot der Deutschen Bahn sieht eine Gehaltserhöhung von insgesamt 6 Prozent vor, verteilt auf mehrere Schritte. Eine erste Anpassung um 2 Prozent soll ab September erfolgen und ein weiterer Schritt mit 1,8 Prozent ein Jahr später. Daneben sind strukturelle Anpassungen im Tarifsystem geplant, ergänzt durch eine Einmalzahlung von 400 Euro. Eine Laufzeit von 30 Monaten wurde vorgeschlagen. Laut Martin Seiler, Personalvorstand der Bahn, spiegelt das Angebot wesentliche GDL-Forderungen wider.
Die GDL strebt hingegen eine Erhöhung von 8 Prozent bei einer Laufzeit von zwölf Monaten an und kritisiert insbesondere die vorgesehene Dauer des Angebots der Bahn. Arbeitskämpfe sind bis Ende Februar ausgeschlossen, doch könnte die GDL ab März zu Streiks aufrufen, sollte eine Einigung nicht erreicht werden. GDL-Chef Reiß plant, das weitere Vorgehen mit seinen Gremien zu besprechen, wobei er grundsätzlich einer Fortsetzung der Gespräche positiv gegenübersteht.
Bisher bleibt unklar, wie sich die Situation entwickeln wird. Warnstreiks könnten ab März ohne vorherige Urabstimmung durchgeführt werden, während längere Arbeitskämpfe eine solche erfordern würden. Das Ringen um eine Lösung geht somit in die nächste Runde, und die Zeit drängt.

