Verwirrung um US-amerikanische Übernahmepläne ukrainischer Atomkraftwerke
In einem überraschenden diplomatischen Zwist hat der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj den jüngsten Aussagen der US-Regierung widersprochen. Während Donald Trump laut eigener Darstellung Pläne für eine Übernahme aller vier ukrainischen Atomkraftwerke als Sicherheitsgarantie geäußert haben soll, betonte Selenskyj, dass lediglich das Thema des russisch besetzten AKWs in Saporischschja besprochen wurde. Diese Klarstellung gab er in einem Interview mit der "Financial Times".
Die Atomkraftwerke spielen eine entscheidende Rolle in der Stromversorgung der Ukraine, besonders nach den erheblichen Schäden durch russische Angriffe auf Kohlekraftwerke. Aktuell kontrolliert die Regierung in Kiew drei der vier Anlagen, während Saporischschja weiterhin unter russischer Besatzung steht. Selenskyj hob hervor, dass die Rückgewinnung und Wiederinbetriebnahme des größten europäischen Reaktors entscheidend für zukünftige Sicherheitsvereinbarungen sei. Ein entsprechendes Vorgehen mit Unterstützung Washingtons, so der ukrainische Präsident, sei Teil der bilateralen Gespräche.
Trumps Vorschlag scheint nicht nur Selenskyj überrascht zu haben. Laut einer Stellungnahme der US-Regierungsvertreter Marco Rubio und Mike Waltz, erörterten Trump und Selenskyj auch die Möglichkeit eines Beitrags amerikanischer Expertise im Bereich Elektrizität und Energieversorgung. Die US-Seite argumentiert, dass eine US-amerikanische Inhaberschaft der Anlagen den optimalen Schutz für die ukrainische Energieinfrastruktur darstellen könnte.

