Vertrauen erschüttert: Kritik an Fraports neuem Fluglärmkontrollplan
Die geplante Neuverteilung des Fluglärms am Frankfurter Flughafen stößt auf erhebliche Kritik von Seiten der Anrainerkommunen. Die Fluglärmkommission (FLK), eine Interessenvertretung der betroffenen Gemeinden, zeigt sich in einer Stellungnahme tief enttäuscht. Der Vorwurf des Vertrauensbruchs steht im Raum.
Man fordert das Land Hessen eindringlich auf, die Vereinbarkeit des neuen Betriebskonzepts mit dem bestehenden Planfeststellungsbeschluss zu prüfen. Paul-Gerhard Weiß, Vorsitzender der FLK und Offenbacher Stadtrat, betont die grundlegende Abkehr von den ursprünglichen Prämissen, die rechtlich und politisch beim Ausbau des Flughafens zugesichert wurden. Vor allem die Doppelbelastung der am stärksten betroffenen Kommunen, die damals noch vermieden werden sollte, sei nun einseitig in den Mittelpunkt gerückt.
Damit steht nicht nur die bisherige Flughafenpolitik, sondern das Vertrauen in Institutionen auf dem Prüfstand. Fraport und die Deutsche Flugsicherung (DFS) haben kürzlich über die Entwicklung eines neuen Betriebskonzepts für den bedeutendsten deutschen Flughafen informiert, das insbesondere die Abflüge bei Westwindbedingungen betrifft. Dieses Vorhaben wird von der erwarteten Zunahme der Flugbewegungen bis 2033 angetrieben.
Doch Zweifel über die damalige Entscheidung zur Standortwahl der neuen Landebahn mehren sich. Kritik über das intransparent entwickelte Konzept gibt es auch von Manfred Ockel, stellvertretender FLK-Vorsitzender und Bürgermeister von Kelsterbach. Er erklärt, dass die DFS jahrelang vertröstet habe, während gleichzeitig im Geheimen an der Erhöhung der Belastung gearbeitet wurde. Diese Vorgehensweise sei inakzeptabel.
Unterstützung erfährt er von Janina Steinkrüger, der Umweltdezernentin aus Mainz, die das Vertrauensverhältnis zwischen den Beteiligten schwer getrübt sieht.

