Verspäteter Start: Neuer Bahnhof Hamburg-Altona lässt auf sich warten
Die Inbetriebnahme des neuen Fern- und Regionalbahnhofs Hamburg-Altona wird sich um rund zwei Jahre verspäten und ist nun für Ende 2029 vorgesehen. Laut der Deutschen Bahn, die diese Verschiebung bekannt gab, resultieren die Verzögerungen aus komplizierten Bauabläufen, vor allem beim Kreuzungsbauwerk Langenfelde. Dieses Bauwerk, das nahe der zukünftigen Station Diebsteich liegt, muss aufgrund von Asbest- und Bleibelastung kompliziert zurückgebaut werden – eine Herausforderung, die eine Anpassung des Zeitplans unumgänglich machte.
Die Projektkosten werden derzeit auf 550 bis 600 Millionen Euro geschätzt. Noch ausstehende Bauleistungen, etwa die Ausschreibung neuer Bahnsteige, könnten jedoch zu Änderungen in der Kostenplanung führen. Frank Limprecht von der Deutschen Bahn betont dennoch das Ziel, die Fertigstellung pünktlich zum neuen Zeitplan zu erreichen. Parallel dazu wird der bestehende Bahnhof in Altona weiterhin in Betrieb bleiben und seine Infrastruktur sanft modernisiert, um reibungslose Abläufe zu gewährleisten.
Kritik ließ nicht lange auf sich warten. Die Hamburger CDU äußerte Frust über die erneute Verzögerung, da dies die Stadtentwicklung und Mobilität erheblich beeinträchtigen könnte. Die Linke hat sogar vorgeschlagen, das Projekt vollständig zu stoppen und den bestehenden Bahnhof in Altona zu belassen, während der Verkehrsclub Deutschland (VCD Nord) die Eröffnung verschoben sieht, jedoch Chancen auf Verbesserungen im öffentlichen Nahverkehr bereits bis 2027 erkennt.
Der geplante Umzug des Kopfbahnhofs Altona an die S-Bahnstation Diebsteich im Stadtteil Eidelstedt wird zweifelsohne Raum für immensen Wohnungsneubau schaffen – auf der freiwerdenden Fläche sind bis zu 1.900 Wohnungen und ein neuer Park ins Auge gefasst. Trotz der Baustellenverzögerung blickt die Hansestadt somit auf potenziellen städtebaulichen Fortschritt.

