Verdi im Umbruch: Mitgliederzahlen schrumpfen trotz junger Neuzugänge

Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi musste im vergangenen Jahr einen erneuten Rückgang ihrer Mitgliederzahlen verzeichnen. Mit aktuell etwa 1,83 Millionen Mitgliedern stellt sie hinter der IG Metall die zweitgrößte Gewerkschaft in Deutschland dar. Verglichen mit dem Vorjahr bedeutet dies einen Rückgang von mehr als 1,8 Prozent.
Frank Werneke, Vorsitzender von Verdi, kommentierte die Entwicklung mit dem Verweis auf die 'Babyboomer-Welle', die viele Mitglieder an der Schwelle zum Ruhestand sieht. Im Jahr 2025 traten 131.621 neue Mitglieder Verdi bei, wohingegen 166.400 Austritte, Todesfälle und andere Abgänge zu verzeichnen waren.
Besonders durch Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst sowie bei der Deutschen Post konnte Verdi jüngere Mitglieder gewinnen. Werneke hob hervor, dass durch Aktionen wie Warnstreiks im öffentlichen Nahverkehr oder der Müllentsorgung das Interesse der jungen Generation geweckt wurde. Insgesamt 39.000 Neuzugänge unter 28 Jahren bekräftigen diesen Trend.
Bereits im vorherigen Jahr 2024 verzeichnete Verdi einen Mitgliederrückgang, wohingegen 2023 noch ein leichter Anstieg zu verzeichnen war. Verdi bleibt als Teil des Deutschen Gewerkschaftsbundes eine bedeutende Kraft, trotz der Herausforderungen einer schrumpfenden Mitgliederbasis in einem sich wandelnden demografischen Umfeld.

