USA und Grönland: Politische Spannungen um strategische Insel

Die Europäische Kommission unter Führung von Ursula von der Leyen macht deutlich, dass Sicherheitsinteressen nicht als Vorwand der USA dienen dürfen, sich Grönland anzueignen. Eine Sprecherin in Brüssel unterstrich, dass Grönland ein treuer Verbündeter der USA sei und unter dem Schutz der NATO stehe. Dabei betonte sie, dass die Situationen in Venezuela und Grönland in keiner Weise vergleichbar seien.
US-Präsident Donald Trump erneuerte kürzlich sein Interesse an der Insel im Nordatlantik und nannte sie essenziell für die nationale Sicherheit. Er hob hervor, dass Grönland angesichts russischer und chinesischer Präsenz strategisch von Bedeutung sei, und bezweifelte die Fähigkeit Dänemarks, für die Sicherheit der Region zu sorgen. Trumps Argumentation erinnert an die Rechtfertigung der USA für ihren Militäreinsatz in Venezuela, bei dem der dortige Präsident Nicolás Maduro wegen 'Drogenterrorismus' ins Visier genommen wurde.
Grönland, obwohl Teil des Königreichs Dänemark, genießt weitgehende Autonomie und gehört nicht zur EU. Die Insel ist strategisch bedeutend, nicht nur wegen ihrer Rohstoffe, sondern auch als militärische Drehscheibe in der Arktis. Der Klimawandel eröffnet zudem im Sommer neue, kürzere Schifffahrtsrouten. Trotz ihrer Größe ist die zu vier Fünfteln mit Eis bedeckte Insel nur dünn besiedelt, mit knapp 57.000 Einwohnern auf einer Fläche sechsmal so groß wie Deutschland.
Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas bekräftigt die Solidarität der EU mit Dänemark und Grönland. Es liegt einzig in der Entscheidung der Grönländer und Dänen, über den zukünften Status der Insel zu bestimmen.

