USA planen drastische Chip-Zölle: Sorge bei sächsischer Halbleiterindustrie wächst
Die Ankündigung von Donald Trump, potenziell 100 Prozent Zölle auf Halbleiterimporte in die USA zu erheben, versetzt die sächsische Halbleiterbranche in Unruhe. Trotz unklarer Details betont das Wirtschaftsministerium, dass die protektionistische Politik schon jetzt den transatlantischen Handel belastet und den freien Handel behindern könnte. Diese Entwicklungen sind besonders für Dresden von Bedeutung, da dort zahlreiche Menschen in der Halbleiterindustrie beschäftigt sind. Unternehmen wie Infineon, Bosch und Global Foundries betreiben Produktionsstätten in der Stadt, und TSCM plant derzeit den Bau einer neuen Fabrik. Auf Nachfrage gaben sich die Konzerne jedoch zögerlich, konkrete Auswirkungen zu kommentieren. Laut Global-Foundries-Sprecher Jens Drews sei es zu früh, um über mögliche Konsequenzen zu spekulieren. Die USA sind ein bedeutender Markt für Sachsen. Global Foundries beschäftigt in Dresden knapp 3.000 Mitarbeiter und produziert Wafer, die weltweit in verschiedenen Hightech-Geräten zum Einsatz kommen. Auch Infineon verweist auf die Unsicherheiten und die fehlenden Details zu den möglichen Zöllen und betont, dass elf Prozent des gesamten Umsatzes im US-Geschäft generiert werden. Bereits zuvor hatte der US-Präsident die Industrie mit ähnlichen Drohungen verunsichert. Nun schlug er erneut Zölle vor, während er Unternehmen gleichzeitig anregte, in den USA zu investieren, um den Abgaben zu entgehen. Der Verlauf dieser Entwicklungen könnte weitreichende Folgen für die europäische Chipindustrie haben, insbesondere für Schlüsselregionen wie Sachsen. Frank Bösenberg, Geschäftsführer von Silicon Saxony, erklärte, dass die Ankündigung von Trump zwar bisher nur verbal sei, jedoch einen Wandel in der Industriepolitik der USA andeuten könnte. Dies unterstreicht die globale Vernetzung der Branche und die Abhängigkeit von internationalen Märkten. Im letzten Jahr war Amerika für Sachsen der zweitwichtigste Exportmarkt, wobei bedeutende Exporte in Form von Autos, Maschinen und elektrotechnischen Erzeugnissen, darunter Halbleiter, in die USA gingen.

