USA: Gericht setzt Grenzen für Migrationsrazzien in Kalifornien
Die US-Regierung unter Präsident Donald Trump steht wegen ihrer Razzien gegen mutmaßlich illegale Einwanderer im Süden Kaliforniens unter Druck. Eine Bezirksrichterin hat beschlossen, dass das Heimatschutzministerium bestimmte Taktiken in Los Angeles vorläufig einstellen muss.
Hintergrund dieser Entscheidung ist die Kritik an den Methoden der Behörden, Personen basierend auf äußeren Merkmalen, Sprache oder Arbeitsort ohne ausreichenden Verdacht festzusetzen. Diese Gerichtsentscheidung beleuchtet die Kontroversen um das seit Juni angewandte Vorgehen, das zu Protesten und öffentlichen Debatten geführt hat.
Im Zentrum der Diskussion steht der Vorwurf, dass die Beamten oftmals nicht auf konkretem Verdacht, sondern auf oberflächlichen Kriterien basierende Kontrollen durchgeführt haben. Die Bürgerrechtsorganisation ACLU und andere Kläger machen geltend, dass die Rechte von Arbeitern, Straßenverkäufern und anderen Zielgruppen verletzt wurden.
US-Bezirksrichterin Maame Ewusi-Mensah Frimpong, die diese Entscheidung fällte, fordert das Heimatschutzministerium dazu auf, klare Leitlinien zu entwickeln, um einen fundierten Verdacht zu ermitteln. Dies soll verhindern, dass Personen allein aufgrund ihrer Ethnie oder des vermeintlichen Aufenthaltsorts ins Visier geraten.
Zudem müssen Inhaftierte Zugang zu einem Rechtsbeistand erhalten, ein Aspekt, der von den klagenden Parteien besonders hervorgehoben wird. Die Trump-Regierung zeigt sich jedoch unbeeindruckt von der einstweiligen Verfügung.
Tricia McLaughlin, Sprecherin des Heimatschutzministeriums, kritisiert die Entscheidung als Eingriff in den Willen der amerikanischen Bevölkerung. Trump hatte im Wahlkampf versprochen, das größte Abschiebeprogramm in der Geschichte der USA zu starten und versuchte, dieses Versprechen umzusetzen, sogar mit Einsatz der Nationalgarde gegen den Widerstand Kaliforniens.
Die hohe Zahl von etwa einer Million Menschen ohne legalen Aufenthaltsstatus in Los Angeles macht die Stadt zu einem Brennpunkt der Einwanderungsdebatte. Die Aktionen der US-Einwanderungsbehörde ICE unter dem Heimatschutzministerium sorgten für anhaltende Spannungen und Proteste.

