US-Zölle auf EU-Autos: Trump will den europäischen Markt aufrütteln
US-Präsident Donald Trump hat beschlossen, die Daumenschrauben im Handelsstreit mit der EU anzuziehen. Neue Zölle sollen den europäischen Markt für amerikanische Fahrzeuge öffnen. Der Plan stößt jedoch bei Experten auf Skepsis: Sie sehen nicht die Handelsbarrieren, sondern die Produktpalette der US-Hersteller als Hauptproblem.
Automobilexperte Stefan Bratzel vom Center of Automotive Management in Bergisch Gladbach weist darauf hin, dass die US-Hersteller den Nerv der europäischen Konsumenten nicht treffen. "Die amerikanischen Modelle haben kaum die Chance, hier größere Marktanteile zu gewinnen", so Bratzel. Eine Ausnahme bilde Tesla, das Unternehmen kämpft allerdings derzeit mit anderen Schwierigkeiten, wie einem Absatzeinbruch von 13 Prozent im ersten Quartal.
Trump argumentiert, dass die EU mit hohen Zöllen von zehn Prozent auf US-Fahrzeuge ungerecht agiere, während amerikanische Importeure bisher nur 2,5 Prozent Zölle erheben mussten. Zudem betont er, dass die USA im Vorjahr fast 450.000 deutsche Autos importiert haben, wohingegen lediglich 136.000 amerikanische Fahrzeuge den Weg in die EU fanden.
Experte Ferdinand Dudenhöffer entkräftet jedoch Trumps Argumentation: Es sind die amerikanischen Fahrzeugmodelle selbst, die am Absatz in Europa scheitern, nicht die Zölle. Die dimensionierten Fahrzeuge mit hohem Benzinverbrauch sind auf dem europäischen Markt schwer zu platzieren. Modelle wie der Ford F-150 oder der Ram-Pick-up sind hier gar nicht erhältlich, und kompaktere Fahrzeuge fehlen komplett im Angebot.
Die Lösung liegt seiner Meinung nach nicht in Zollerhöhungen, sondern darin, den europäischen Geschmack zu treffen und passende Fahrzeugmodelle zu entwickeln.

