US-Wertpapierfonds erleben größten Kapitalabfluss seit Dezember 2024
In einer Woche voller Unsicherheiten zogen Investoren erhebliche Summen aus US-amerikanischen Aktienfonds zurück, als sie die hohen Bewertungen des Marktes nach der jüngsten Rallye aufgrund einer Zinssenkung der Federal Reserve genauer unter die Lupe nahmen und versuchten, Gewinne zu sichern. Daten von LSEG Lipper zeigen, dass Investoren netto 43,19 Milliarden US-Dollar aus US-Aktienfonds abgezogen haben und damit den größten wöchentlichen Netto-Abfluss seit Mitte Dezember 2024 verzeichnen, als die Abflüsse 50,62 Milliarden US-Dollar erreichten.
Der S&P 500 markierte am Donnerstag mit 6.656,8 Punkten ein historisches Hoch, was einem Anstieg von 37,7% gegenüber seinem Tiefpunkt von 4.835,04 am 7. April entspricht. Mark Haefele, Chief Investment Officer von UBS Global Wealth Management, bemerkte, dass das Kurs-Gewinn-Verhältnis des S&P 500 mit 22,6 das 99. Perzentil der letzten 20 Jahre erreicht habe. Nach einer solch außerordentlichen Kursentwicklung sei eine Konsolidierungsphase aus Sicht von Haefele durchaus zu erwarten.
Große US-amerikanische Aktienfonds verzeichneten eine Netto-Abfluss von 34,19 Milliarden US-Dollar in der Woche, den größten seit mindestens 2020. Auch Mid-Cap-Fonds mussten 1,58 Milliarden US-Dollar Verlust hinnehmen, während jedoch ein bescheidener Betrag von 50 Millionen US-Dollar in Small-Cap-Fonds flossen. Sektorspezifische Fonds erlebten mit einem Abfluss von 1,24 Milliarden US-Dollar die ersten wöchentlichen Netto-Verkäufe seit vier Wochen, was insbesondere auf den Technologiebereich zurückzuführen ist, der Rückzüge in Höhe von 2,84 Milliarden US-Dollar erlitt.
Gleichzeitig konnten US-Anleihenfonds die 22. Woche in Folge Zuflüsse verzeichnen, wobei 7,33 Milliarden US-Dollar investiert wurden. Besonders hervorgestochen haben hierbei kurzfristige bis mittelfristige Investment-Grade-Fonds, allgemeine inländische steuerpflichtige Anleihenfonds und kommunale Schuldenfonds mit Zuflüssen von jeweils 1,59 Milliarden, 1,14 Milliarden und 1,04 Milliarden US-Dollar.
Auch bei den Geldmarktfonds kam es zu einem deutlichen Umschwung, als Investoren 23,65 Milliarden US-Dollar aus diesen abzogen und damit einen dreiwöchigen Trend von Nettokäufen beendeten.

