US-Politik unter Trump schwächt Einfluss in Südostasien
Der Einfluss der USA in Südostasien schwindet angesichts von Zöllen, gekürzter Entwicklungshilfe und Visa-Einschränkungen unter der Regierung von Donald Trump, so ein Bericht des Lowy Institute mit Sitz in Sydney. Im Vergleich zu China, das sich als dominierender externer Partner etabliert hat, erscheint Washington zunehmend als zweitrangig.
Laut dem Think Tank fällt die Diplomatie der USA in der Region als „lückenhaft“ auf. Im Gegensatz dazu hat sich China durch anhaltendes Engagement in Handel, Investitionen und Diplomatie fest positioniert. Dies zeigt sich beispielsweise in den Handelsbeziehungen: China absorbiert 20% der Exporte und liefert 26% der Importe in der Region, während die Zahlen für die USA bei 16% liegen.
Die Studie hebt hervor, dass der Machtunterschied besonders in Kambodscha, Laos und Myanmar bemerkbar ist, wo Chinas Einfluss zwischen 60% und 150% über dem der USA liegt. Dennoch bleiben die Vereinigten Staaten in traditionellen Verbündeten wie den Philippinen und Singapur stark, vor allem dank der Verteidigungskooperation.
Trump wird voraussichtlich beim kommenden Gipfeltreffen der Association of Southeast Asian Nations (ASEAN) in Malaysia auftreten, während diese Dynamiken sichtbar werden. Der Bericht nennt Zölle, Visa-Beschränkungen und eine 83-prozentige Reduzierung der Auslandshilfe als Haupttreiber für den gesunkenen Einfluss. Diese Maßnahmen trafen insbesondere Länder wie Laos und Myanmar hart, die selbst nach Revisionsarbeiten weiterhin mit 40% Zöllen konfrontiert sind.
Darüber hinaus wurden Organisationen wie die US Agency for Global Media stark beschnitten, was den Abbau des amerikanischen Soft Power Apparats verstärkte. Kritiker innerhalb der USA, wie die Demokraten im Senat, werfen Trump vor, die globale Führungsrolle an China abgetreten zu haben.
China nutzt diese Schwäche, um seine Reichweite durch Handel, Investitionen und Diplomatie in einer einst von den USA dominierten Region auszuweiten. Dennoch, so der Bericht, diversifizieren südostasiatische Staaten ihre Partnerschaften, um ihre Abhängigkeit zu reduzieren.
Susannah Patton vom Lowy Institute betont jedoch, dass die Beziehungen zwischen den Ländern Südostasiens ebenfalls von zentraler Bedeutung sind und China trotz seines Vorsprungs nicht die gesamte Region als unangefochtene Einflusszone betrachtet.

