US-Militärangriff auf Venezuela: Ölhandel bleibt gelassen trotz politischer Unsicherheiten

Die internationalen Ölmärkte zeigten sich unbeeindruckt vom jüngsten militärischen Eingriff der USA in Venezuela, obwohl das Land mit den größten Rohölvorkommen weltweit durch die Festnahme von Staatschef Nicolás Maduro in einer politischen Schwebe verweilt. US-Präsident Donald Trump hat klargestellt, dass die USA beabsichtigen, Zugang zu Venezuelas Ölreserven für amerikanische Unternehmen zu schaffen, doch die Rohölpreise blieben stabil.
Die ölreichen Reserven Venezuelas, die von der US-amerikanischen Energiebehörde auf rund 303 Milliarden Barrel geschätzt werden – das sind etwa 17 Prozent der weltweiten Mengen – übertreffen sogar die Vorkommen Saudi-Arabiens. Trotz dieses Potenzials hat sich die Ölproduktion in dem von Sanktionen gebeutelten Land drastisch reduziert. Laut Internationaler Energieagentur betrug die Fördermenge im November nur 0,86 Millionen Barrel täglich – im scharfen Kontrast zu den 9,93 Millionen Barrel, die Saudi-Arabien im selben Zeitraum förderte. Die wirtschaftliche Isolation Venezuelas und die staatlichen Produktionsbeschränkungen sorgen dafür, dass das Land aktuell weniger als ein Prozent der globalen Versorgung stellt.
China bleibt der größte Abnehmer von venezolanischem Rohöl, wobei dieses gerade einmal vier Prozent der chinesischen Ölimporte ausmacht. Der Karibikstaat liefert hauptsächlich schwefelhaltiges Rohöl, welches lediglich unter hohem Aufwand verarbeitet werden kann und für die Herstellung von Bitumen, einem essenziellen Baustoff, Verwendung findet. Die stark rabattierten Preise machen venezolanisches Öl besonders für kleinere Raffinerien in China attraktiv.
Obgleich die politische Zukunft Venezuelas im Unklaren liegt, sind Chinas Ölreserven aus sanktioniertem Rohöl in schwimmenden Lagern gesichert – ein Großteil davon vor den Küsten Chinas und Malaysias. Datenanalysten von Kpler berichten von 82 Millionen in Lagern gehorteten Barrel, von denen über ein Viertel aus Venezuela stammt.
Ungeachtet der Entwicklungen hält die Organisation erdölexportierender Länder (Opec+) an der Entscheidung fest, die Ölproduktion stabil zu halten. In einer Videokonferenz, an der Delegierte teilnahmen, wurde Venezuela nur am Rande erwähnt, ohne konkrete Folgen abzuleiten.
Die Zukunft Venezuelas als Ölproduzent ist aufgrund der Festnahme von Maduro und der geopolitischen Spannungen ungewiss. Während Trump den Wiederaufbau der Ölindustrie durch amerikanische Firmen zusicht, bestehen die Sanktionen gegen Venezuela weiter. So bleibt unklar, wie China zukünftig mit venezolanischem Öl handeln wird, wobei Zahlungsschwierigkeiten und Rechtsfragen den Handel zusätzlich belasten. Die Rolle chinesischer Firmen, im Rahmen von Trumps Ankündigungen, bleibt fraglich.

