US-Märkte starten mit verhaltenem Optimismus in den August
Die jüngsten Entwicklungen rund um die US-Zollpolitik und gemischte Unternehmenszahlen sorgten für einen unruhigen Start an der Wall Street. Erwartungsgemäß schwächeln die amerikanischen Leitindizes, nachdem die US-Arbeitsmarktzahlen veröffentlicht wurden und durchwachsene Signale von technologischen Schwergewichten eintrafen. Besonders im Fokus standen Apple und Amazon: Während die Bilanz von Apple die Investoren überzeugen konnte, hinterließ Amazon mit seiner Cloud-Sparte und Jahresprognose einen faden Beigeschmack.
Etwa eine Stunde vor Eröffnung taxierte Broker IG den Dow Jones mit einem Abschlag von 1,0 Prozent auf 43.705 Punkte; dies würde einen Wochenverlust von etwa 2,7 Prozent bedeuten. Im vergangenen Monat konnte der US-Index hingegen noch ein minimales Plus von 0,1 Prozent verbuchen. Der technologielastige Nasdaq 100 wird ebenfalls schwächer erwartet und könnte mit einem Verlust von 1,2 Prozent bei 22.949 Punkten in den August starten, nachdem er im Juli um beachtliche 2,4 Prozent zulegen konnte.
Die US-Wirtschaft schuf im Juli weniger Arbeitsplätze als prognostiziert und die Arbeitslosenquote stieg altersbedingt an. Löhne entwuchsen jedoch den Erwartungen. Für Helaba-Ökonom Ralf Umlauf überwiegt die Enttäuschung über die schwache Beschäftigungsentwicklung, was wiederum die Wahrscheinlichkeiten für Zinssenkungen der US-Notenbank Federal Reserve erhöhen könnte.
US-Präsident Donald Trump irritiert die Finanzmärkte mit seiner unberechenbaren Zollpolitik aufs Neue. Die kürzlich angekündigten Importzölle treten nun doch erst am 7. August in Kraft. Für die meisten importierten Waren gilt dann ein Grundzollsatz von 10 Prozent, für europäische Staaten werden 15 Prozent fällig. Kanada wird mit 35 Prozent belastet, während die Schweiz mit dem höchsten Satz von 39 Prozent konfrontiert wird.
Bei Apple konnte der Gewinn trotz einer, durch die Zollpolitik erschwerten Lage, um 8,5 Prozent gesteigert werden, während der Umsatz von iPhones stark anstieg. Gleichzeitig erklärt sich Apple offen für Akquisitionen im Bereich Künstlicher Intelligenz. Die Aktie legte im vorbörslichen Handel um 1,8 Prozent zu. Im Gegensatz dazu sah Amazon einen Rückgang seiner Aktien um 7,7 Prozent, trotz beeindruckender Umsatzzahlen, da die Erwartungen bezüglich des Cloud-Geschäfts nicht erfüllt wurden.
Chevron steigerte im zweiten Quartal seine Gewinne dank rekordhoher Produktion, plant aber trotz einer Verlangsamung der Aktienrückkäufe seine Jahresziele zu erreichen. Die Aktien stiegen vorbörslich um 0,6 Prozent. ExxonMobil profitierte ebenfalls von höheren Gewinnen als erwartet, was die Aktie um 1,0 Prozent nach oben trieb.
Coinbase enttäuschte hingegen mit niedrigerem als erwarteten Umsatz und die Aktien verloren vorbörslich 10 Prozent. Im Kontrast dazu erholte sich Reddit mit einem 17-prozentigen Anstieg in den vorbörslichen Stunden angesichts seines bislang profitabelsten Quartals und einer optimistischen Umsatzaussicht.

