US-Einzelhandel überrascht mit erfreulichem Umsatzplus
Die amerikanische Einzelhandelsbranche hat im Juni einen bemerkenswerten Aufwind erfahren, was für Optimismus unter Analysten sorgt. Nach neuesten Informationen des Handelsministeriums stiegen die Erlöse um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat, während Experten lediglich mit einem bescheidenen Wachstum von 0,1 Prozent gerechnet hatten. Diese unerwartete Trendwende kam, nachdem die Umsätze im Mai noch einen Rückgang um 0,9 Prozent verzeichnet hatten.
Besonders bemerkenswert ist, dass sogar ohne Berücksichtigung der schwankungsanfälligen Fahrzeugverkäufe ein Anstieg der Einzelhandelsumsätze um 0,5 Prozent zu beobachten war. Auch hier lag die Prognose der Volkswirte mit einem erwarteten Zuwachs von 0,3 Prozent niedriger. Diese Entwicklungen unterstreichen die Bedeutung des privaten Konsums für das Wirtschaftswachstum in den Vereinigten Staaten.
Ulrich Wortberg, Analyst bei der Helaba, sieht in den positiven Zahlen keinen Anlass zur Sorge hinsichtlich der Konjunktur. Er hebt zugleich den beachtlichen Anstieg des Philadelphia-Fed-Index und den rückläufigen Trend bei den Erstanträgen auf Arbeitslosenhilfe hervor – beides positive Signale, die parallel zu den Einzelhandelsdaten bekannt gegeben wurden.
„Diese ermutigenden Zahlen verringern den Druck auf die US-Notenbank, die Zinssätze rasch und drastisch zu senken“, so Wortberg weiter. Die Erwartungen an schnelle Zinssenkungen bleiben demnach vorerst gedämpft.

