Berliner Brandanschlag: Politische Dimension und Stromausfälle wecken Besorgnis

Der jüngste Brandanschlag im Südwesten Berlins, der eine erhebliche Unterbrechung der Stromversorgung zur Folge hatte, bringt die Ermittler an die Grenzen ihrer Kapazitäten. Die Generalstaatsanwaltschaft Berlin hat die Untersuchung aufgrund der "besonderen Bedeutung des Einzelfalls" offiziell an sich gezogen. Kurz nach Bekanntwerden des Vorfalls wurde ein mutmaßlich linksextremistisches Bekennerschreiben durch die Behörden als authentisch bestätigt, was die politische Brisanz unterstreicht.
Innensenatorin Iris Spranger (SPD) und Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) klassifizieren den Fall als "Linksterrorismus". Sie betonen, die Täter hätten bewusst Risiken für Menschen in Kauf genommen und fordern nun auch die Prüfung einer möglichen Übernahme des Verfahrens durch den Generalbundesanwalt. Besonders brisant: die „Vulkangruppe“, die in ihrem Schreiben drastische Kritik an der fossilen Energiewirtschaft übt, behauptet, das Gaskraftwerk Lichterfelde sabotiert zu haben, ohne jedoch gezielt einen Stromausfall anstreben zu wollen.
Die Berliner Polizei koordiniert ihre Maßnahmen eng mit dem Bundeskriminalamt und hat eine spezialisierte Ermittlungsgruppe eingerichtet, die Akribie walten lässt: So setzt sie beispielsweise Mantrailer-Hunde ein, die gezielt den Geruch potenzieller Tatverdächtiger aufnehmen können. Parallel dazu werden Videoaufzeichnungen der Berliner Verkehrsbetriebe gründlich analysiert, um mögliche Hinweise auf die Tätergruppe zu erlangen.
Eine ähnlich umfangreiche Ermittlung lief bereits infolge eines Stromausfalls im Berliner Bezirk Köpenick Mitte September 2025, bei dem rund 50.000 Haushalte betroffen waren. Auch damals führte die Generalstaatsanwaltschaft die Untersuchungen, wobei im vergangenen Oktober ein großangelegter Polizeieinsatz mit Vollsperrungen auf den Autobahnen 100 und 113 stattfand. Aktuell hält sich die Behörde mit detaillierten Informationen zurück, lässt jedoch verlauten, dass die Ermittlungen weiterhin mit Hochdruck vorangetrieben werden.

