US-China Handelspakt: Ein lauer Wind auf den Finanzmärkten
In den vergangenen Wochen hatten sich die Spannungen zwischen den USA und China etwas entspannt, was dem Aktienmarkt Auftrieb gab. Nun wurde am Dienstag ein Handelsabkommen zwischen den beiden Supermächten verkündet. Doch die Anleger reagierten weitgehend unbeeindruckt auf diese Nachricht.
Der US-Aktienmarkt zeigte sich am Mittwoch zwar leicht fester, dies war jedoch eher dem jüngsten Verbraucherpreisindexbericht zu verdanken. Dieser zeigte sich mit einer Inflation von 2,4% für Mai weniger dramatisch als erwartet. Die bedeutenden Indizes bewegten sich leicht im positiven Bereich: Der S&P 500 notierte bei 6.055,26 Punkten (+0.28%), der Dow Jones Industrial Average kletterte auf 42.997,65 Punkte (+0.31% oder 130.78 Punkte) und der Nasdaq Composite notierte mit einem Plus von 0.37% bei 19.788,36 Punkten.
Trotz des neuen Rahmenabkommens zwischen den USA und China, das einen weiteren Schritt in Richtung Entspannung der Handelsstreitigkeiten markiert, bleibt die Euphorie der Investoren verhalten. Hintergrund des Abkommens ist eine Lockerung der Exportbeschränkungen für fortschrittliche Technologien durch die USA und die Erleichterung beim Export seltener Erden durch China.
Im Vergleich zur Reaktion des Marktes im vergangenen Monat, als ein ähnliches Abkommen getroffen wurde, zeigen sich die Anleger nun merklich gelassener. Damals führte eine Einigung zu einer Euphorie, die diesmal ausblieb.
Art Hogan von B. Riley Wealth weist darauf hin, dass die Märkte auf die aktuellen Entwicklungen ähnlich reagieren wie zu Beginn des Handelskonflikts in 2018. Peter Berezin von BCA Research kommentierte, das jüngste Abkommen bringe lediglich einen minimalen Fortschritt und vergleicht es mit der Lage nach den Gesprächen in Genf.
Auch die Deutsche Bank zieht Parallelen zur Zeit von 2018-2019 und bemerkt, dass wichtige Details in den Gesprächen nach wie vor fehlen. David Morrison von Trade Nation hebt die Frage hervor, welche Handelsabkommen die USA schließen können, um die Indizes zu neuen Rekorden zu führen.
Obwohl US-Aktien in diesem Jahr aufgrund von Turbulenzen rund um Handelszölle volatil waren, haben die Indizes ihre Verluste von Anfang April inzwischen größtenteils wettgemacht.

