US-Arbeitsmarkt: Uneinheitliches Bild sorgt für gemischte Reaktionen
Frisch veröffentlichte Arbeitsmarktzahlen aus den USA für den Monat November geben Anlass zu differenzierten Beobachtungen. Während der Zuwachs an Beschäftigungen positive Überraschungen bereithielt, sorgte ein paralleler Anstieg der Arbeitslosenquote für Stirnrunzeln. Die Stundenlöhne hinkten den Prognosen hinterher, was zusätzliche Fragen aufwirft.
Konkret verzeichnete die US-Wirtschaft außerhalb der Landwirtschaft einen Zuwachs von 64.000 neuen Stellen. Dies übertraf die durchschnittlichen Erwartungen von Ökonomen, die bei 50.000 zusätzlichen Jobs gelegen hatten. Ein Wermutstropfen zeigt sich bei der Betrachtung des Vormonats Oktober, wo ein Rückgang um 105.000 Stellen verbucht wurde. Diese diskrepanten Zahlen sind unter anderem auf den verzögerten Veröffentlichungszeitpunkt infolge des Teilregierungsstillstands zurückzuführen, der den öffentlichen Sektor stark traf.
Der Anstieg der Arbeitslosenquote im November, die auf 4,6 Prozent kletterte, markiert den höchsten Wert seit Herbst 2021 und übertraf die erwartete Marke von 4,5 Prozent. Die Oktober-Zahlen blieben aufgrund des Shutdowns unberücksichtigt, während im Vergleich das September-Niveau bei 4,4 Prozent lag. Auch die Lohnerhöhungen im November verzeichneten lediglich ein Plus von 0,1 Prozent im Monatsvergleich bei erwarteten 0,3 Prozent. Die jährliche Steigerung fiel mit 3,5 Prozent leicht hinter den Erwartungen von 3,6 Prozent zurück.
Die gegenwärtige Lage kommentierte Thomas Gitzel, Chefvolkswirt der VP Bank, mit Blick auf die ambivalente Wirtschaftslandschaft, in der der Bereich der Investitionen in Künstliche Intelligenz als Wachstumsmotor glänzt, während andere Sektoren, darunter die konjunkturabhängige Logistikbranche, Schwächesignale senden. Dirk Chlench von der Landesbank Baden-Württemberg merkt an, dass der US-Arbeitsmarkt zwar herausfordernd, aber nicht resignierend sei. Trotz der aufgezeigten Herausforderungen bestünde der positive Trend in der Beschäftigungslage fort. Jedoch könnten die aktuellen Entwicklungen die Wahrscheinlichkeit eines Fortsetzens des Zinssenkungskurses der US-Notenbank im kommenden Jahr erhöhen.
Auf Währungsebene führte die Nachricht zu einem leichten Anstieg des Eurokurses gegenüber dem US-Dollar. Auch die US-Staatsanleihen reagierten mit anfänglichen Kursgewinnen, die jedoch nicht von Dauer waren, da sie später leicht ins Minus drehten.

