US-Anleihekurse steigen trotz Spannungen im Nahen Osten
Die US-Staatsanleihen verzeichneten am Dienstag Kurszuwächse, während die politische Lage im Nahen Osten weiterhin angespannt blieb. Der Terminkontrakt für die T-Notes mit zehnjähriger Laufzeit erhöhte sich um 0,17 Prozent auf 111,64 Punkte, wodurch die Rendite dieser Anleihen auf 4,29 Prozent fiel.
US-Präsident Donald Trump kündigte für Dienstagmorgen eine Waffenruhe im Nahost-Konflikt an, welche von Israel und Iran bestätigt wurde. Trotzdem beschuldigten sich beide Seiten später gegenseitig, gegen die Vereinbarung verstoßen zu haben. Israel verzichtete gemäß offiziellen Angaben nach einem Gespräch mit Trump auf weitere Angriffe auf iranische Ziele.
Die Reaktionen auf dem Anleihemarkt waren zwiespältig. Einerseits wurde die Attraktivität von Anleihen als sichere Investitionsmöglichkeit durch die Entspannung geschmälert, andererseits jedoch durch den stark gesunkenen Ölpreis unterstützt. Dies führte zu einer Reduzierung der Inflationsrisiken und eröffnete den Zentralbanken größeren Spielraum, mögliche Zinssenkungen besser umzusetzen.
Unerwartet schwache US-Konjunkturdaten lieferten zusätzliche Unterstützung für die Anleihekurse. Das Verbrauchervertrauen, erhoben durch das Conference Board, verschlechterte sich im Juni merklich entgegen den positiven Prognosen der Ökonomen. Konsumenten äußerten sich pessimistischer hinsichtlich der zukünftigen Geschäftslage und Arbeitsmarktaussichten, während auch der Optimismus über künftige Einkommen leicht nachließ, so Stephanie Guichard, Volkswirtin beim Conference Board.
Jerome Powell, Chef der US-Notenbank, bekräftigte erneut, dass ein vorschnelles Handeln bei möglichen Zinssenkungen nicht angebracht sei. Er betonte, vorab weitere Klarheit über die wirtschaftlichen Auswirkungen der von Trump eingeführten Zölle gewinnen zu wollen. „Die Auswirkungen der Zölle werden entscheidend von ihrer endgültigen Dimension abhängen“, erklärte Powell vor dem Finanzausschuss des Repräsentantenhauses.

