Unwetter an den Börsen - Dax verliert erneut an Boden
Das Börsenbeben infolge der von den USA verhängten globalen Zölle schlägt weiter hohe Wellen. Bislang bleibt der ersehnte Aufschwung an den Aktienmärkten aus, und auch eine Stabilisierung ist nicht in Sicht. Der Dax büßte gleich zu Handelsbeginn 0,68 Prozent ein und fiel auf 21.569 Punkte. Damit hat der Index die Hälfte seiner beeindruckenden Rekordrally, die im Dezember ihren Anfang nahm, einbüßen müssen. Die Commerzbank sieht in den unerwartet harten Zoll-Plänen von Präsident Trump ein Risiko für die bisherigen optimistischen Gewinnprognosen der Dax-notierten Unternehmen.
Der MDax, der die mittelgroßen Unternehmen umfasst, verzeichnete ebenfalls Einbußen und sank um 0,44 Prozent auf 26.757 Punkte. Auch der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 musste ein Minus von rund einem Prozent hinnehmen.
In den Vereinigten Staaten erlebten die Börsen am Vortag, als die Zölle angekündigt wurden, einen Ausverkauf. Der Dow Jones Industrial fiel auf den tiefsten Stand seit September 2024. Besonders hart traf es die technologielastigen Nasdaq-Indizes.
Nach Angaben der Anlage-Strategen von DWS dominierte unter den Investoren nach den Zollankündigungen die Sorge vor einer deutlichen konjunkturellen Abschwächung, die die Inflationsängste überlagerte. Der Dollar verlor auf breiter Front, was darauf hindeutet, dass die USA in dieser Angelegenheit eher Teil des Problems als der Lösung sind.
An diesem Nachmittag könnten die Arbeitsmarktdaten aus den USA für Gesprächsstoff sorgen. Analyst Jochen Stanzl von CMC Markets meint, dass diese Zahlen möglicherweise von den politischen Entwicklungen überschattet werden. Dennoch werden Investoren besonders darauf achten, welche Auswirkungen die Zahlen auf die Arbeitslosenquote haben, insbesondere im Hinblick auf gestrichene Arbeitsplätze im öffentlichen Dienst. Künftige Wirtschaftsdaten werden verstärkt auf mögliche Hinweise einer drohenden Rezession geprüft.

