Unionsfraktion fordert Verschiebung der Abstimmung über Verfassungsrichterin wegen Plagiatsvorwürfen
Die Diskussion um die Nominierung von Frauke Brosius-Gersdorf zur Bundesverfassungsrichterin hat eine neue Wendung genommen. In der Unionsfraktion wird vehement gefordert, die geplante Wahl von Brosius-Gersdorf von der Bundestags-Tagesordnung zu nehmen.
Hintergrund sind Plagiatsvorwürfe, die an ihrer wissenschaftlichen Glaubwürdigkeit kratzen. Diese Vorwürfe stellen in den Augen der Kritiker die fachliche Qualifikation der Kandidatin in Frage, ein entscheidendes Kriterium für diese prestigeträchtige Position.
Die Universitäten Potsdam und Hamburg sind bereits um eine Stellungnahme gebeten worden. Innerhalb der Fraktion herrscht der Konsens, dass ein Kandidat für das Bundesverfassungsgericht über jeden Zweifel erhaben sein muss.
Dies teilte auch Unionsfraktionschef Jens Spahn gemeinsam mit Bundeskanzler und CDU-Chef Friedrich Merz der SPD-Seite mit. CDU-Politiker Klaus-Peter Willsch zeigte sich ebenso besorgt und thematisierte in einem Interview die Zweifel an Brosius-Gersdorfs akademischer Integrität.
Der Ursprung der Anschuldigungen liegt bei dem österreichischen Plagiatssucher Stefan Weber, der die Vorwürfe am Donnerstagabend publik machte. Weber führte seine Untersuchung ohne Auftrag durch und nutzte eine Software, die Übereinstimmungen zwischen der Dissertation von Brosius-Gersdorf und der Habilitationsschrift ihres Ehemannes feststellte.
Trotz dieser Erkenntnisse bleibt Weber persönlich skeptisch, ob sich ein Habilitand tatsächlich bei einer Dissertation bedient. Dies sei zwar unwahrscheinlich, aber keineswegs auszuschließen.

