Ukrainische Eisenbahnen: Zwischen Modernisierung und Finanzsorgen
Die von Russland ausgelösten Angriffe und ein Rückgang des Frachtaufkommens stellen die ukrainische Ukrzaliznytsia vor erhebliche finanzielle Herausforderungen. Um die Schulden der Staatsbahn zu kontrollieren, hat der CEO, Oleksandr Pertsovskyi, einen Wiederaufbauplan ausgearbeitet, der eine Erhöhung der Frachttarife vorsieht.
Der Verkehrssektor, in dem Ukrzaliznytsia eine dominierende Rolle spielt, verzeichnete seit Anfang 2022 einen fast halbierten Güterverkehr, während die operativen Kosten infolge kriegsbedingter Schäden steigen. Ohne die Genehmigung des Plans durch die Regierung bräuchte das Unternehmen eine staatliche Unterstützung von 30 Milliarden Hrywnja im kommenden Jahr, um niedrigere Tarife, Reparaturen und Schuldenzahlungen abzudecken.
Infolge der Eskalation der russischen Angriffe wurden bereits bis zu 10 Milliarden Hrywnja als minimale Betriebskosten aufgebracht. Die traditionelle Quersubventionierung durch hohe Frachtraten gerät ins Straucheln, denn mit dem Rückgang auf 160-165 Millionen Transporttonnen fehlt die Grundlage zur Deckung der Passagiertarife ohne Schuldenzunahme.
Der Verlust von russischen Transitgütern, gepaart mit verpflichtenden Eurobond-Zahlungen und teuren infrastrukturellen Reparaturen, zwingt Ukrzaliznytsia zur raschen Handlung. Die nicht indexierten Transporttarife, kombiniert mit gestiegenen Energie- und Personalkosten, erhöhen den Druck. Bedeutende Kunden wie ArcelorMittal Kryvyi Rih stellen dagegen den ineffizienten Betrieb in Frage und warnen vor einem möglichen Rückzug.
Das Unternehmen sieht sich mit einer Gesamtschuld von rund 60 Milliarden Hrywnja im nächsten Jahr konfrontiert. Pertsovskyi betont die Notwendigkeit von transparenten und vorhersehbaren Markttransaktionen, um den wirtschaftlichen Herausforderungen zu begegnen.

