Ukraine intensiviert Drohnenangriffe vor möglichen Verhandlungen
Die Ukraine hat eine bisher beispiellose Drohnenoffensive gegen Moskau gestartet, um den Druck auf Russland im Vorfeld möglicher Gespräche über eine Waffenruhe zu erhöhen. Präsident Wolodymyr Selenskyj kündigte an, dass Angriffszonen tief in das russische Hinterland ausgedehnt werden sollen. Ziel sei es, die Verhandlungsposition der Ukraine zu stärken. Ein konkretes Datum für die nächsten Verhandlungsgespräche, die wiederum in Istanbul stattfinden sollen, steht noch aus.
Gleichzeitig leidet Moskau unter den Auswirkungen der ukrainischen Drohnenoperationen. In der Hauptstadt mussten Flüge an den Flughäfen Sheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Zukowski mehrfach unterbrochen werden, was zu erheblichen Verspätungen führte. Wohnhäuser in Selenograd wurden ebenfalls beschädigt, während die russische Luftfahrtbehörde Rosawiazija Passagiere um Geduld bat, da die Sicherheit Vorrang habe.
Russland reagierte ebenfalls mit Drohnenangriffen auf die Ukraine, wobei die ukrainische Luftabwehr nach eigenen Angaben mehrere der unbemannten Flugobjekte abschoss. Verhandlungsführer Rustem Umjerow wird für die Ukraine die geplanten Gespräche in Istanbul leiten. Beide Seiten zeigten zuletzt Interesse an der Wiederaufnahme der Verhandlungen, obwohl die Differenzen weiterhin groß sind. Präsident Selenskyj betonte die Wichtigkeit eines neuen Gefangenenaustauschs und der Erreichung einer Waffenruhe als vorrangige Ziele.
In der Hoffnung auf eine Fortsetzung der im Frühjahr begonnenen Verhandlungen bleibt unklar, ob die jüngsten Eskalationen durch Drohnen dafür förderlich sein werden. Der Kreml hatte bereits Signale der Gesprächsbereitschaft gesendet, jedoch bleiben die gegensätzlichen Positionen insbesondere in Bezug auf territoriale und sicherheitspolitische Fragen eine signifikante Hürde für den Friedensprozess.

