UBS transformiert sich zur Universalbank in den USA: Wachstum und Innovation im Fokus

UBS auf Wachstumskurs in den USA
Die UBS verfolgt ambitionierte Pläne, sich in den Vereinigten Staaten von einem spezialisierten Vermögensverwalter zu einer Universalbank zu wandeln. Im Rahmen des Projekts "Build the Bank" beabsichtigt die schweizerische Großbank, bis Ende 2027 eine Vielzahl von Finanzdienstleistungen anzubieten, darunter Zahlungen, Privat- und Sparkonten sowie möglicherweise Kredite. Diese strategische Neuausrichtung erfolgt, nachdem UBS kürzlich die lang ersehnte nationale Banklizenz erhalten hat, die es ihr ermöglicht, ihre Dienstleistungen in einem wettbewerbsintensiven Markt zu erweitern.
Aktuell sind UBS-Kunden in den USA gezwungen, für grundlegende Bankdienstleistungen auf Wettbewerber wie JPMorgan und Wells Fargo zurückzugreifen. UBS-Chef Sergio Ermotti hat jedoch klargestellt, dass er sich von politischen Herausforderungen aus der Schweiz nicht von den Wachstumsplänen in den USA abbringen lassen will. Dies zeigt das Bestreben der Bank, nicht nur ihre Marktanteile zu vergrößern, sondern auch den Shareholder Value durch Diversifizierung der Dienstleistungen zu steigern.
Herausforderungen durch Beraterstruktur
In Nordamerika beschäftigt die UBS rund 25.000 Mitarbeiter, darunter 5.700 Finanzberater, die im Vergleich zu anderen Regionen eine überdurchschnittliche Anzahl darstellen. Diese Berater agieren jedoch weitgehend unabhängig und besitzen die Kundenbeziehungen, was die Bank in eine schwierige Lage bringt. Die Abhängigkeit von diesen Beratern hat dazu geführt, dass UBS im Jahr 2025 eine signifikante Anzahl von Finanzberatern verloren hat, was sich negativ auf die Vermögensverwaltung ausgewirkt hat. Laut einem Bericht des Branchenportals "Advisor Hub" kam es im vierten Quartal 2025 zu Nettoabflüssen von Kundengeldern in der Region "Americas".
Trotz dieser Rückschläge zeigt das Management Zuversicht für das Gesamtjahr 2026 und rechnet mit Neugeld-Zuflüssen. Finanzchef Todd Tuckner betonte während der Ergebnisse zum ersten Quartal, dass die Rekrutierungspipeline positiv sei und die Bank weiterhin in ihr Personal investiere. Dies ist entscheidend, um die Wettbewerbsfähigkeit zu sichern und die Abhängigkeit von einzelnen Beratern zu reduzieren.
Aggressive Rekrutierung von Finanzberatern
Der Wettbewerb um die besten Finanzberater ist in den USA intensiv, und UBS hat bereits im Jahr 2026 die Vergütungen für neue Berater erhöht, um talentierte Fachkräfte zu gewinnen. Die Bank hat ein neues Rekrutierungsangebot eingeführt, das hohe Antrittsprämien für ausgewählte Berater vorsieht. Diese Prämien sollen das Fünfeinhalbfache der Erträge betragen, die ein Finanzberater in den letzten zwölf Monaten erwirtschaftet hat, wobei sich die Berater verpflichten, für sechzehn Jahre bei UBS zu bleiben.
UBS hat auf Anfragen der "NZZ am Sonntag" zu diesen Plänen keine detaillierten Kommentare abgegeben, jedoch betont, dass die USA ein wesentlicher Markt für die Bank sind, in den sie weiterhin investieren wird, um nachhaltiges Wachstum zu erzielen. Die neue Banklizenz eröffnet der UBS die Möglichkeit, ein breiteres Spektrum an Bankprodukten und -dienstleistungen anzubieten, was die Attraktivität für Investoren und die Standortbedingungen in den USA weiter verbessern könnte.

