Trumps Friedensplan: Hoffnung auf einen Neustart im Nahen Osten
US-Präsident Donald Trump plant, dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu einen detaillierten Plan zur Beendigung des seit fast zwei Jahren andauernden Gaza-Konflikts zu präsentieren. Trump verkündete, dass die Verhandlungen "in der Endphase" seien und die arabische Welt genauso wie Israel Frieden wolle. Laut Medienberichten wird die Vorstellung des 21-Punkte-Plans am Montag im Weißen Haus erwartet.
Der Friedensplan, basierend auf Informationen aus israelischen und amerikanischen Quellen, sieht eine sofortige Freilassung der von der Hamas entführten Geiseln im Austausch gegen zahlreiche palästinensische Gefangene vor, sowie den Rückzug der israelischen Streitkräfte aus dem Gazastreifen. Der Gazastreifen soll unter der Aufsicht eines internationalen Komitees von einer Übergangsregierung palästinensischer Technokraten verwaltet werden. Weder die Hamas noch Israel sollen den Küstenstreifen kontrollieren. Zusätzlich werden der Wiederaufbau und die wirtschaftliche Unterstützung der Region priorisiert, um die dortige Bevölkerung zum Verbleib und zur Verbesserung ihrer Lebensumstände zu motivieren.
Netanjahu erklärte gegenüber dem US-Sender Fox News, man könne sich vorstellen, den Hamas-Führern freies Geleit ins Ausland zu gewähren, sofern sie den Konflikt beenden und die Geiseln freilassen. Die Chancen für einen palästinensischen Staat als Ergebnis von US-vermittelten Friedensverhandlungen werden ebenfalls Teil des Plans sein. Dennoch lehnt Netanjahu derzeit eine konkrete Umsetzung dieser Punkte ab.
Erst nach dem offiziellen Treffen wird mit einer Reaktion Israels auf den Plan gerechnet. Bislang hat die Hamas offiziell noch keinen Vorschlag erhalten. Trump zeigt sich optimistisch und verweist auf die hervorragende Zusammenarbeit mit den arabischen Staaten. Der US-Präsident ist zuversichtlich, dass der Plan die historische Möglichkeit für echten Frieden im Nahen Osten darstellt.
US-Vizepräsident JD Vance äußerte sich optimistisch zu den laufenden Gesprächen unter Beteiligung arabischer Länder, Israels und der US-Regierung. Die Verhandlungen werden von US-Sondergesandtem Steve Witkoff und Außenminister Marco Rubio geleitet. Dennoch betonte Vance, dass es jederzeit zu einem Scheitern kommen könnte.
Indes bauten ultrarechte Koalitionspartner und Siedlervertreter Druck auf Netanjahu auf, das Westjordanland zu annektieren und den Konflikt mit einer vollständigen militärischen Niederlage der Hamas zu beenden. Trump jedoch stellte erneut klar, dass eine Annexion des Westjordanlands durch Israel nicht in Frage käme.
Die Hamas hat Israel aufgefordert, die Kampfhandlungen für 24 Stunden einzustellen, da das Leben zweier israelischer Geiseln in großer Gefahr sei. Israel ging auf diese Forderung allerdings bisher nicht ein. Im Gazastreifen werden schätzungsweise 48 Geiseln, darunter 20 Deutsche, festgehalten.
Berichte über anhaltende israelische Luftangriffe verzeichneten zahlreiche Opfer im Gazastreifen. Laut palästinensischen Quellen seien bereits über 66.000 Menschen seit Beginn des Konflikts getötet worden. Der Krieg wurde durch einen Angriff der Hamas und weiterer Gruppen in Israel, bei dem über 1.200 Personen starben und über 250 als Geiseln verschleppt wurden, entfacht.

