Trump warnt Netanjahu: Atomgespräche mit Iran nicht gefährden
Der US-Präsident Donald Trump hat den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu eindringlich davor gewarnt, Schritte zu unternehmen, die die aktuellen Verhandlungen mit Iran über dessen umstrittenes Atomprogramm stören könnten. Trump bestätigte kürzlich während eines Aufenthalts im Weißen Haus in einem Telefongespräch mit Netanjahu klare Worte gefunden zu haben, da er die Situation für unpassend halte. Er betonte, dass eine Lösung in Reichweite sei und ein Abkommen mit Iran bedeutendes Potenzial birgt, zahlreiche Menschenleben zu bewahren.
Die Vereinigten Staaten haben ein großes Interesse daran, das iranische Atomprogramm zu beschränken, da sie befürchten, Teheran könne Atomwaffen entwickeln. Iran widerlegt diese Anschuldigungen energisch und unterstreicht das Recht auf friedliche Nutzung der Kernenergie. Trump machte zusätzlich deutlich, dass sein Ziel ein „sehr starkes Dokument“ ist, welches unabhängig von Vertrauen bestehen und es den USA gestatten würde, umfassende Inspektionen durchzuführen.
Ein Bericht der „New York Times“ hat in den letzten Tagen für zusätzliche Unruhe gesorgt. Demzufolge besteht in Washington die Befürchtung, Israel könnte während der laufenden Verhandlungen unerwartet gegen iranische Atomanlagen vorgehen. Intern diskutierten sowohl hochrangige US- als auch israelische Beamte über diese Möglichkeit, allerdings wies ein Sprecher Netanjahus den Medienbericht als „Fake News“ zurück.
Hintergrund ist der US-amerikanische Austritt im Jahr 2018 aus dem sogenannten Wiener Abkommen, das Einschränkungen im iranischen Atomprogramm vorsah und im Gegenzug Sanktionen lockerte. Diese Entscheidung führte dazu, dass auch der Iran sich nicht mehr an den Vertrag hielt, was erneut intensive Verhandlungen erforderlich machte.

