Trump und die Turbulenzen: Deutsche Anleger reagieren auf US-Zollpolitik
Die Politik von US-Präsident Donald Trump sorgt für anhaltende Nervosität an den internationalen Finanzmärkten. Eine aktuelle Online-Umfrage des Brokers Tradegate.direct zeigt, dass die Verunsicherung unter deutschen Privatanlegern aufgrund von Trumps häufigen Zolldrohungen und Attacken auf die US-Notenbank Fed beträchtlich ist. Von den rund 2.000 befragten Börsianern, die aktiv mit Aktien oder Fonds handeln, gaben über drei Viertel an, dass ihr Vertrauen in den US-Aktienmarkt gesunken sei. Besonders drastisch fiel der Vertrauensverlust bei 46 Prozent der Teilnehmer aus, während lediglich 17 Prozent an ihrer bisherigen Einschätzung festhalten.
Ein signifikantes Ergebnis der Umfrage ist, dass etwa 40 Prozent der Anleger in sicherere Anlageformen wie Gold, andere Edelmetalle oder Anleihen umgeschichtet haben. Veränderungen in der Anlagestrategie sind klar erkennbar: 15 Prozent der Befragten haben amerikanische Aktien verkauft, und mehr als ein Fünftel hat sein Portfolio breiter aufgestellt. Dennoch hielten 56 Prozent der Umfrageteilnehmer an ihrer bisherigen Strategie fest.
Die Auswirkungen von Trumps protektionistischer Zollpolitik und seinen regelmäßigen öffentlichen Attacken gegen Federal-Reserve-Chef Jerome Powell sind ebenfalls bei professionellen Investoren spürbar. Die Unsicherheit spiegelt sich auch in den Schwankungen der Börsenindizes wider. Doch trotz dieser volatilen Entwicklungen notieren die US-Indizes in der Nähe ihrer Rekordhöhen, und der deutsche DAX-Index bleibt ebenfalls stabil.
Einen weiteren Einblick gibt die Tatsache, dass über die Hälfte der Umfrageteilnehmer weiterhin US-Werte in ihren Portfolios hält. Ein knappes Fünftel der Anleger hat sogar den Großteil ihres Depots in US-Aktien investiert. Trotz der bestehenden Unsicherheiten sieht Tradegate-Manager Karsten Haesen die Dominanz von US-Techunternehmen als ungebrochen an.

