Trump und die EU: Neues aus dem Zollstreit
Im anhaltenden Handelskonflikt mit seinen internationalen Partnern hat US-Präsident Donald Trump angekündigt, sowohl der Europäischen Union einen bedeutenden Brief zu senden als auch spezielle Sonderzölle einzuführen. Trump äußerte sich zuversichtlich über mögliche Vereinbarungen mit der EU und betonte die bessere Zusammenarbeit mit EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Laut Trump wären ihrer Ansicht nach die europäisch-amerikanischen Handelsbeziehungen früher vergleichbar mit den Herausforderungen im Umgang mit China gewesen.
Besonders interessant ist die Ankündigung von Extrapflichten, die auf ausgewählte Branchen abzielen sollen, darunter ein kräftiger Zoll von 50 Prozent auf Kupferimporte. Auch Arzneimittel, Halbleiter und weitere Produkte stehen im Fokus, um das Handelsdefizit der USA zu verringern und die heimische Produktion zu fördern. Bereits zuvor waren hohe Zölle auf Autos, Stahl und Aluminium eingeführt worden, um das Handelsungleichgewicht zu korrigieren.
Auf europäischer Seite gab der Vorsitzende des Handelsausschusses, Bernd Lange, bekannt, dass die derzeitigen Verhandlungen zwischen den USA und der EU hoffnungsvoll, jedoch abgespeckt verlaufen. Die Gespräche drehen sich um eine knappe Rahmenvereinbarung. Bei dieser sollen Details wie zollfreie Importvolumen für Autos zu einem späteren Zeitpunkt spezifiziert werden. Daher rät Lange, die momentane Verhandlungsruhe als Chance für eine umfassende Lösung zu nutzen.
Die Auswirkungen der Zollpolitik sind deutlich spürbar: Deutsche Exporte in die USA sind zuletzt dramatisch zurückgegangen, was deutliche Spuren in der Wirtschaftsstatistik hinterlässt. Namhafte Vertreter der deutschen Wirtschaft warnen bereits vor einer weiteren Verschlechterung der Lage.
In den USA sieht Finanzminister Scott Bessent in den Zollmaßnahmen erhebliches Potenzial, die Einnahmen kurzfristig zu steigern. Bis 2025 hofft er auf Einnahmen von über 300 Milliarden US-Dollar, die auch zur Finanzierung von Trumps umfangreichen Steuersenkungsversprechen beitragen könnten.
Präsident Trump bleibt bei seinem Kurs: Er hat kürzlich die Durchsetzung von neuen Zöllen angekündigt, die im August in Kraft treten sollen. Allerdings zeigte er sich offen für Vorschläge seitens der Handelspartner, was eine Möglichkeit des Dialogs signalisiert.

