Trump kritisiert britische Energiepolitik: "Öffnet die Nordsee"
In einer überraschenden Stellungnahme hat Donald Trump die britische Regierung wegen ihrer Energiepolitik scharf kritisiert. Der ehemalige US-Präsident bezeichnete den britischen Kurswechsel weg von Öl- und Gasproduktion als "sehr großen Fehler" und forderte, die Nordsee "zu öffnen" und Windkraftanlagen abzuschaffen.
Zuletzt hatte die britische Regierung im Oktober angekündigt, eine Sondersteuer auf Unternehmen zu erhöhen, die in der Nordsee bohren. Diese sogenannte "Windfall Tax" soll von 35% auf 38% steigen. Das Ziel von Labour ist es, mit den Einnahmen aus dieser Besteuerung erneuerbare Energieprojekte voranzutreiben.
Trumps Kommentar fiel zeitlich zusammen mit der Ankündigung des amerikanischen Ölunternehmens Apache, sich bis Ende 2029 aus der Nordsee zurückzuziehen. Das Unternehmen erklärte, die Steuer mache seine UK-Operationen "unwirtschaftlich". Bereits zuvor haben sich andere Firmen wie ExxonMobil aus der Region verabschiedet.
Großbritannien verfolgt das Ziel, das Energiesystem bis 2030 zu dekarbonisieren, was eine Reduktion von Gaskraftwerken und eine Erhöhung von Windkraftprojekten einschließt. Im Gegensatz dazu plant Trump, sollte er ins Weiße Haus zurückkehren, die Öl- und Gasproduktion in den USA zu steigern.
Zur Situation äußerten sich auch Shell und Equinor, die kürzlich ihre Offshore-Öl- und Gasgeschäfte in der Region zu einer neuen Firma zusammenführen wollen. Zoe Yujnovich von Shell erklärte, die Entscheidung sei auch getroffen worden, weil die Nordsee nicht mehr die ertragreiche Region sei, die sie einst war.
Ein Kommentar von der britischen Behörde für Energiesicherheit und Netto-Null sowie der Nordsee Transition Authority steht noch aus.

