Trump in Davos: Isolationistische Töne und unerwartetes Lob
US-Präsident Donald Trump nutzte seine Rede beim Weltwirtschaftsforum (WEF) in Davos, um seine isolationistische Politik zu betonen. Dabei blieb er seinem Motto "America first" treu und brachte erneut das kontroverse Thema einer möglichen Übernahme Grönlands durch die USA zur Sprache. Trump betonte, dass Gewalt keine Option darstelle und forderte stattdessen umgehende Verhandlungen – blieb jedoch vage, was die Verhandlungspartner betrifft. Europas widerkehrende Beteuerung, Grönland sei nicht käuflich, ignorierte Trump. Seiner Meinung nach sei die Insel für nationale und internationale Sicherheit von strategischer Bedeutung, die nur die USA gewährleisten könnten.
Die europäischen Staaten kamen in Trumps Rede nicht gut weg. Er bemängelte, dass sich der Kontinent in eine ungünstige Richtung entwickle. Dabei blieb er vage, äußerte jedoch ein negatives Bild. Eine Ausnahme bildete der neue Bundeskanzler Friedrich Merz, den Trump für seine lösungsorientierte Energiepolitik lobte. Hingegen kritisierte er den französischen Präsidenten Emmanuel Macron mit einem sarkastischen Verweis auf dessen Auftritt mit Sonnenbrille am Vortag.
Zu Beginn seiner Rede untermauerte Trump mit Selbstlob die Erfolge seines ersten Amtsjahres. Die USA seien, so Trump, das "angesagteste" Land der Welt, was auch für die globale wirtschaftliche Dynamik von Bedeutung sei. Er verteidigte seine protektionistische Wirtschafts- und Zollpolitik und betonte die Wirksamkeit seiner fiskalpolitischen Maßnahmen. Der US-Präsident vermittelte, dass seine drastische Kürzung der Bundesausgaben das Haushaltsdefizit deutlich reduziert habe und somit langfristig die Inflation eindämmen werde.
Trumps harsche Kritik richtete sich auch gegen die umweltpolitischen Bemühungen europäischer Länder. Die Nutzung erneuerbarer Energien bezeichnete er abschätzig als "grünen Betrug". Im Gegensatz dazu hob er die bedeutende Rolle von Atomenergie in den USA hervor, wobei er auf neue Initiativen für den Bau und die Genehmigung von Kernreaktoren verwies.
Seine Ankunft in der Schweiz verzögerte sich aufgrund technischer Probleme mit dem Regierungsflugzeug, was den Zeitplan für mögliche Treffen veränderte. Ein geplanter Austausch mit Kanzler Merz fiel so aus. Europäische Staats- und Regierungschefs planen jedoch eine Krisensitzung in Brüssel, um auf Trumps Zollpolitik zu reagieren.

