Trübe Bierlaune: Absatzeinbruch bei AB Inbev lässt Aktie abstürzen
Die andauernd schwache Nachfrage nach Bier hat den weltgrößten Brauer AB Inbev im zweiten Quartal erneut belastet. Besonders in China und Brasilien fiel der Konsum unter die Erwartungen. Trotz Prognosen der Analysten musste der Hersteller von bekannten Marken wie Beck's, Budweiser und Corona einen Rückgang des Absatzes bekanntgeben, obwohl Kosteneinsparungen den Gewinn steigen ließen.
Konzernchef Michel Doukeris zeigte sich jedoch optimistisch, dass die Jahresziele trotz des dynamischen Marktumfelds eingehalten werden können. Doch diese Zuversicht fand bei den Anlegern keinen Anklang, die Aktie verlor im zweistelligen Prozentbereich. Am Vormittag fiel das Wertpapier im Höchstmaß um etwa elf Prozent und erreichte damit den niedrigsten Stand seit Februar. Dies war einer der höchsten Tageskursverluste der letzten Jahre, mit einer Reduktion der Marktkapitalisierung um mehr als zehn Milliarden Euro. Selbst nach einer leichten Erholung lag das Minus bei 9,7 Prozent, was die Aktie zum Schlusslicht im EuroStoxx 50 machte. Der bisherige Kursgewinn des Jahres schmolz auf knapp neun Prozent zusammen.
Analysten sind besorgt: Laut UBS wurde die positive Gewinnentwicklung vom schwachen Absatz überschattet. Bernstein-Experten hoben die besonders schwachen Volumina in Brasilien hervor. Simon Hales von Citi betonte, das schwache Volumenumfeld und die Entwicklungen in Lateinamerika hätten den Kurs belastet. Am Markt wurden auch enttäuschte Hoffnungen auf weitere Aktienrückkäufe geäußert.
Organisch sanken die verkauften Mengen um zwei Prozent, ein Ergebnis, das die von Bloomberg befragten Experten überraschte, die einen Zuwachs erwartet hatten. Lediglich in Mittelamerika und der EMEA-Region wurden leichte Absatzzuwächse registriert, während Südamerika und die Asien-Pazifik-Region die deutlichsten Einbußen zeigten. In Brasilien, wo Marken wie Brahma und Skol vertrieben werden, sank der Bierabsatz um neun Prozent. Der Konzern verwies auf schlechtes Wetter als Ursache. In China sanken die Volumina des gesamten Getränkeportfolios um über sieben Prozent. Nordamerika bildete mit einem kleinen organischen Plus die Ausnahme.
Wechselkurse beeinträchtigten zudem den Umsatz: Der Erlös sank um etwa zwei Prozent auf rund 15 Milliarden US-Dollar (circa 13 Milliarden Euro), wäre jedoch bei konstanten Wechselkursen um drei Prozent gestiegen. Trotz allem konnte das Unternehmen mit einem Anstieg des bereinigten Ergebnisses je Aktie von 0,90 auf 0,98 Dollar die Markterwartungen übertreffen und verzeichnete einen Gewinnzuwachs von fast 14 Prozent auf 1,68 Milliarden Dollar für die Aktionäre.

