Trübe Aussichten im deutschen Maschinenbau: Herausforderungen und Hoffnungsschimmer
Der deutsche Maschinenbau steht vor erheblichen Herausforderungen, wie die jüngste Konjunkturbefragung des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau (VDMA) zeigt. Für 33 Prozent der befragten 877 Unternehmen gestaltet sich die aktuelle Marktsituation als ungünstig, während 61 Prozent keine Besserung in den kommenden sechs Monaten in Aussicht stellen. Besonders alarmierend: 18 Prozent der Maschinenbauer prognostizieren eine weitere Verschlechterung der Lage.
Die Branche sieht sich mit einer Vielzahl von Problemen konfrontiert. Der Chefvolkswirt des VDMA, Johannes Gernandt, hebt sowohl den Handelskonflikt mit den USA als auch die wachsende Konkurrenz aus China hervor. Zudem belastet die anhaltende Schwäche in wesentlichen Kundenbranchen wie der Automobilindustrie den Sektor stark, was sich negativ auf Bereiche wie Werkzeugmaschinen, Robotik + Automation sowie Präzisionswerkzeuge auswirkt. Auch im Auslandsgeschäft macht sich durch erhöhte Zölle ein wachsender Druck bemerkbar.
Mit Blick auf die Umsatzerwartungen zeigt sich ein durchwachsenes Bild: Ein Drittel der Unternehmen rechnet mit sinkenden Umsätzen, eine ähnliche Anzahl erwartet stabile Erlöse, und 38 Prozent der Befragten hoffen auf ein Umsatzwachstum. Trotz der schwierigen Rahmenbedingungen sind langfristige Arbeitsplatzverluste ein ernsthaftes Thema. Zwar planen 55 Prozent der Unternehmen, ihre Belegschaft stabil zu halten, jedoch sieht sich ein Viertel der Unternehmen gezwungen, Personal abzubauen.
Laut aktuellen Schätzungen des VDMA waren zum 30. Juni rund 1,01 Millionen Menschen in Unternehmen mit mehr als 50 Beschäftigten im Maschinenbau tätig. Insgesamt könnten bis Ende 2024 über 1,2 Millionen Arbeitsplätze in diesem Sektor angesiedelt sein, wobei die Unsicherheit in dieser wichtigen Industriebranche weiterhin hoch bleibt.

