Triumph in Chisinau: Moldaus Weg zur EU
Die kürzlich abgehaltenen Wahlen in Moldau haben der europafreundlichen Partei von Präsidentin Maia Sandu erneut eine absolute Mehrheit beschert, sehr zur Freude von EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Diese Entwicklung ist ein Beleg für das „Wunder von Chisinau“, welches keineswegs als sicher galt. Russland hatte immens in den Wahlkampf eingegriffen, um die moldauische Bevölkerung für seine Interessen zu gewinnen. Doch diesmal behielt Europa die Oberhand.
Mit dem Wahlsieg wachsen die Erwartungen und auch die Verpflichtungen der Europäischen Union gegenüber Moldau. Es wird darauf ankommen, den Moldauern zu zeigen, dass die Zugehörigkeit zur EU für sie einen Mehrwert darstellt. Dies bedeutet, dass Brüssel mit beträchtlichen Investitionen und Unterstützung aufwartet.
Dennoch bleibt der Weg in die Europäische Gemeinschaft beschwerlich, insbesondere aufgrund der anhaltenden Bindungen vieler Moldauer an Russland. Die nostalgische Verbundenheit mancher Bürger mit dem einstigen sowjetischen Partnerstaat wurde durch die jüngsten pro-russischen Proteste nach der Wahl erneut deutlich. Diese Unruhen sind ein Zeichen dafür, dass der Kampf um die Zukunft Moldaus keinesfalls entschieden ist.

