Iran-Krieg

Irans neuer Führer fordert Rache - Angriffswellen halten an

12. März 2026, 14:57 Uhr · Quelle: dpa
Iran-Krieg - Israel
Foto: Ohad Zwigenberg/AP/dpa
Die iranischen Angriffe auf Israel dauern an.
Explosionen in Teheran, Raketen auf Israel, Drohnen über Dubai: Der neue iranische Führer schwört Rache – und die Golfregion erlebt eine Eskalation, die auch den Ölmarkt erschüttert.

Teheran/Tel Aviv (dpa) - Knapp zwei Wochen nach dem Start des Kriegs zwischen den USA und Israel mit dem Iran halten die Angriffe beider Seiten unvermindert an und die Golfregion und der Libanon bleiben weiter unter Beschuss. Irans am Sonntag ernannter neuer Religionsführer und Staatsoberhaupt Modschtaba Chamenei forderte in einer ersten im Staatsfernsehen verlesenen Stellungnahme Rache für die Kriegsopfer. Der 56-jährige Kleriker betonte außerdem, dass die Blockierung der für den Öltransport und die Handelsschifffahrt wichtigen Straße von Hormus fortgesetzt werde. 

Irans Streitkräfte feuerten eine neue Welle an Raketen auf Ziele in Israel, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Mehr. Außerdem wurden mit Kampfdrohnen militärische Ziele in Israel attackiert, hieß es in einer vom staatlichen iranischen Rundfunk verbreiteten Erklärung. In Israel wurde Raketenalarm ausgelöst. 

Bombenregen auf Millionenmetropole Teheran

Neue Bombardierungen der israelischen Luftwaffe in Irans Hauptstadt Teheran lösten unterdessen Sorgen vor Chaos aus. Am späten Mittwochabend kam es zu einer der heftigsten Angriffswellen des Krieges, wie Bewohner der Millionenmetropole berichteten. Dabei wurden den Angaben nach erstmals auch Ziele auf offener Straße in der dicht besiedelten Großstadt bombardiert.

Laut der Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht, kam es in Teheran zu mehreren Explosionen sowie zu nicht näher beschriebenen «Zusammenstößen». Die Agentur warf dem israelischen Auslandsgeheimdienst Mossad vor, Kräfte in das Land eingeschleust zu haben.

Anfang Januar hatte Irans Sicherheitsapparat Massenproteste im Iran gegen die autoritäre Führung noch brutal niedergeschlagen. Die staatlichen Repressionskräfte, darunter auch die berüchtigten Basdisch-Einheiten, sollen dabei Tausende Demonstranten getötet haben. Aus einigen Häusern riefen Bewohner der Millionenmetropole während der Angriffe wieder Protestslogans. «Tod den Basidsch», war auf Aufnahmen in den sozialen Medien zu hören.

Energieinfrastruktur weiter unter Beschuss

Währenddessen setzte der Iran seinen Beschuss der wichtigen Energie-Infrastruktur in der Region fort. In Bahrain griff der Iran nach Angaben örtlicher Behörden Treibstofflager nahe dem internationalen Flughafen an. Im Oman wurden Treibstofftanks im Hafen von Salala von Drohnen getroffen.

Die Gefahr durch iranische Raketen und Drohnen hat die Handelsschifffahrt in der Region seit Kriegsbeginn fast komplett zum Erliegen gebracht. Der Krieg schaffe die «größte Versorgungsstörung in der Geschichte des globalen Ölmarktes», teilte die Internationale Energieagentur IEA mit.

Die Vereinigten Arabischen Emirate erklärten am frühen Morgen, die Luftabwehr bekämpfe eine Bedrohung durch Raketen. In Dubai stürzte in der Nacht zudem eine Drohne auf ein Wohngebäude. Ein Brand wurde unter Kontrolle gebracht, niemand wurde verletzt, wie die Behörden mitteilten. 

Saudi-Arabien meldete in der Nacht, dass im Osten des Landes 18 Drohnen abgefangen und zerstört worden seien. Das kuwaitische Verteidigungsministerium teilte mit, die Luftabwehr des Golfstaats habe eine Reihe feindlicher Drohnen abgefangen, die in den Luftraum im Norden des Landes eingedrungen seien.

Krieg zwischen Hisbollah und Israel im Libanon dauert an

Auch im Krieg zwischen der Hisbollah im Libanon und Israel ist kein Ende in Sicht. Beide überzogen sich in der Nacht erneut mit gegenseitigen Angriffen. Nach Angaben eines israelischen Armee-Sprechers seien dabei rund 200 Raketen und 20 Drohnen aus dem Libanon abgefeuert worden. Die Hisbollah ihrerseits hatte zuvor den Start einer neuen Operation angekündigt und mehrere Raketenangriffe auf Israel für sich reklamiert.

Derweil zerstörten die israelischen Streitkräfte bei einer heftigen Angriffswelle auf den Libanon nach eigenen Angaben Dutzende Stellungen der proiranischen Hisbollah. Demnach griffen die Streitkräfte auch zahlreiche Raketenabschussrampen und Dutzende Hisbollah-Kämpfer an, die den Angaben zufolge Attacken auf Israel vorbereiteten. Bei den Angriffen wurden nach libanesischen Behördenangaben mindestens elf Menschen getötet. 

Etliche Opfer in Golfregion

Bei Irans Angriffen in der Golfregion stehen die Vereinigten Arabischen Emirate bisher am stärksten unter Beschuss. Die Luftabwehr fing dort etwa 270 Raketen, 1.500 Drohnen und 15 Marschflugkörper ab. Dutzende Raketen und Drohnen trafen aber auch Ziele in den Emiraten, darunter in den Metropolen Dubai und Abu Dhabi. Sechs Menschen wurden getötet und etwa 130 weitere verletzt.

Stark greift Iran auch den kleinen Golfstaat Kuwait an. Dort wurden sechs US-Soldaten und zwei örtliche Sicherheitskräfte getötet und mehr als 60 Mitglieder der örtlichen Streitkräfte verletzt. Kuwait wurde nach eigenen Angaben mit mehr als 220 Raketen und 400 Drohnen angegriffen. In Bahrain wurden bisher etwa 110 Raketen und 180 Drohnen abgefangen. Zwei Menschen wurden getötet. Auch in Saudi-Arabien und im Oman kam es zu wiederholten Angriffen und vereinzelt auch Toten.

Deutlich höher sind die Opferzahlen im Libanon, wo nach offiziellen Angaben mehr als 630 Menschen getötet wurden. Zudem gibt es auch Angriffe im Irak, bei denen teilweise auch Tote und Verletzte gemeldet werden.

Konflikte / Krieg / Iran / Israel / USA / Hisbollah / Golfregion
12.03.2026 · 14:57 Uhr
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