Analyst warnt: Xbox Series X/S und Nintendo Switch 2 könnten bald teurerer werden – ähnlich wie die PS5
Sony hat die Spielregeln gerade verändert: Die PlayStation 5 kostet ab April deutlich mehr, und die PlayStation 5 Pro steigt auf einen Preis, der selbst eingefleischte Fans zum Luftanhalten bringt. Was viele befürchtet hatten, ist damit Realität – und laut einem renommierten Branchenanalysten könnte das erst der Anfang sein. Denn der Preisdruck, der Sony zu diesem Schritt gezwungen hat, trifft die gesamte Konsolenbranche.
Speicherpreise als Auslöser einer unvermeidlichen Entwicklung
Piers Harding-Rolls vom Analyseunternehmen Ampere Analysis sieht die Preiserhöhung von Sony als direkte Konsequenz anhaltend hoher Speicher- und Lagerpreise in der globalen Lieferkette. Sowohl Arbeitsspeicher als auch Flash-Speicher sind essenziell für moderne Konsolenhardware – und ihre Preise zeigen keine Anzeichen einer Entspannung. Als treibende Kraft dahinter nennt Harding-Rolls die enorme Nachfrage nach KI-Infrastruktur, die Speicherkapazitäten weltweit auffrisst. Sony habe mit hoher Wahrscheinlichkeit über einen begrenzten Zeitraum Preisgarantien für seine Komponenten gehabt – und diese seien nun ausgelaufen.
Die Schlussfolgerung des Analysten ist eindeutig: Es würde nicht überraschen, wenn Microsoft und Nintendo in absehbarer Zeit nachziehen. Der Druck auf die ohnehin dünnen Hardwaremargen ist zu groß, um ihn dauerhaft zu ignorieren.
Microsoft hat bereits erhöht – Nintendo könnte folgen
Microsoft ist bei Preiserhöhungen kein Neuland mehr. Im vergangenen Mai und erneut im Oktober wurden Xbox-Hardware-Preise angepasst. Eine Xbox Series X kostet mittlerweile rund 600 Euro, die 2-TB-Galaxy-Black-Edition schlägt sogar mit rund 740 Euro zu Buche. Nintendo hingegen hat bislang keinen Preisanstieg für die Nintendo Switch 2 bekanntgegeben, die Mitte 2025 auf den Markt kam. Das Unternehmen geht allerdings mit seinen Spielpreisen bereits neue Wege: Physische und digitale Versionen von Erstpartei-Titeln sollen künftig unterschiedlich bepreist werden, wobei die physische Ausgabe teurer wird.
Gleichzeitig läuft der US-amerikanische Konsolenmarkt nicht rund: Nintendo soll die Switch-2-Produktion für diesen Markt bereits um über 30 Prozent drosseln – ein Zeichen, dass die Nachfrage hinter den Erwartungen zurückbleibt. Weitere Preiserhöhungen könnten diesen Trend verstärken.
Software, Grand Theft Auto 6 und die Frage der Zugänglichkeit
Harding-Rolls betont, dass sich die Preisentwicklung nicht auf Hardware beschränken muss. Wenn weniger neue Spieler den Einstieg in eine Konsolengeneration wagen, weil die Hardware unerschwinglich wird, leidet die gesamte Softwarenachfrage. Das betrifft direkt auch Megaprojekte wie Grand Theft Auto 6, das noch in diesem Jahr erscheinen soll. Sony und Microsoft werden den Rückenwind durch solche Releases nutzen wollen – doch je höher die Einstiegshürde durch teure Hardware, desto kleiner die potenzielle Käuferbasis. Ein Kreislauf, der die Branche in eine schwierige Lage manövriert, auf die es keine einfachen Antworten gibt.


