Arbeitsmarkt

Frühjahrsbelebung auf Arbeitsmarkt ohne großen Schwung

31. März 2026, 13:19 Uhr · Quelle: dpa
Bundesagentur für Arbeit
Foto: Bernd Weißbrod/dpa
Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland bleibt auch im März oberhalb der Grenze von drei Millionen.
Auf dem Arbeitsmarkt setzt eine gewisse Frühjahrsbelebung ein - wenn auch bisher nicht mit durchschlagender Wirkung. Die Gesamtzahl der Arbeitslosen bleibt über einer markanten Schwelle.

Nürnberg (dpa) - Ein bisschen Hoffnung, aber noch keine Wende: Der März hat am Arbeitsmarkt für eine erste leichte Belebung gesorgt, wenngleich Experten noch keine durchgreifende Erholung erkennen. «Von einer Frühjahrsbelebung ist am Arbeitsmarkt noch nicht viel zu spüren», sagte etwa der Arbeitsmarktexperte von Deutsche Bank Research, Marc Schattenberg. 

Belebung ohne Schwung

«Im März beginnt wie üblich die Frühjahrsbelebung - dieses Jahr allerdings ohne nennenswerten Schwung», sagte auch die Vorstandsvorsitzende der Bundesagentur für Arbeit, Andrea Nahles. Sie präsentierte mit 3,021 Millionen erneut eine Zahl von mehr als drei Millionen Arbeitslosen. Allerdings: Im Vergleich zum Vormonat ist die Zahl der Arbeitslosen immerhin um 49.000 gesunken - stärker als in den drei Jahren zuvor. 

Im Vergleich zum selben Zeitpunkt des Vorjahres bedeutet das jedoch ein Plus von 54.000 Arbeitslosen. Die Arbeitslosenquote sank im März gegenüber Februar um 0,1 Punkte auf 6,4 Prozent. Für die März-Statistik zog die Bundesagentur Datenmaterial heran, das bis zum 12. des Monats vorgelegen hatte.

Iran-Krieg-Auswirkungen noch nicht berücksichtigt

Die Bundesagentur sieht derzeit lediglich saisonale Ursachen für die leichte Belebung, konjunkturelle Gründe seien bisher nicht zu erkennen. Die Situation im Iran habe sich in den bisherigen Zahlen noch nicht niedergeschlagen - womöglich ein Grund zur Sorge. Denn die Auswirkungen von Ölpreisschock und wachsender Unsicherheit könnten in den nächsten Monaten noch deutlich wirken und sich etwa in der Zurückhaltung bei der Einstellung neuer Beschäftigter zeigen. 

«Es steht zu befürchten, dass neben den hausgemachten Problemen in Kürze auch der Iran-Krieg voll auf den deutschen Arbeitsmarkt durchschlagen wird», sagte der Arbeitsmarkt-Experte der Linke-Bundestagsfraktion, Pascal Meiser. Er forderte die Abkehr von fossilen Energieträgern und die Stärkung unterer und mittlerer Einkommen zur Stärkung der Binnennachfrage. 

Die monatliche Studie der Marktforschungsinstitute GfK und NIM zum Konsum in Deutschland hatte bereits vor Tagen Alarmsignale gesendet, weil die Erwartungen der Deutschen zum Einkommen eingebrochen waren und bei den Verbrauchern Inflationsängste vorherrschen. 

«Die wirtschaftliche Lage bleibt angespannt, auch durch weitere internationale Unsicherheiten», sagte Bundesarbeitsministerin Bärbel Bas (SPD). «Umso wichtiger ist, dass wir jetzt gezielt gegensteuern. Mit dem Investitionspaket von 500 Milliarden Euro setzen wir einen starken Impuls für Beschäftigung und wirtschaftliche Stabilität.» Gleichzeitig würden Betriebe und Beschäftigte im Wandel unterstützt mit Qualifizierung, Weiterbildung und Instrumenten, die direkte Übergänge in neue Arbeit erleichterten.

Maschinenbauverband will Sozialbeiträge senken

Der Verband der Maschinenbauindustrie (VDMA) übte Kritik an politischen Entscheidungen. «Während der Staat Jobs schafft, baut die Industrie sie ab. Das ist ein strukturelles Problem», sagte VDMA-Vertreter Fabian Seus. «So wird der wirtschaftliche Aufschwung nicht gelingen.» 

Nötig seien niedrigere Sozialversicherungsbeiträge und mehr Flexibilität. «Staatliche Investitionen sind kein Selbstläufer. Wer Milliarden in die Wirtschaft pumpt, ohne gleichzeitig die strukturellen Bremsklötze zu entfernen, wird wenig bewegen, jedoch viel verpulvern», sagte Seus. «Die Rechnung dafür zahlen am Ende unsere nachfolgenden Generationen.»

Im Monat März erhielten nach Zahlen der Bundesagentur 1,104 Millionen Menschen Arbeitslosengeld, 98.000 mehr als im März 2025. Die Zahl der erwerbsfähigen Bürgergeldempfänger belief sich einer Hochrechnung der Bundesagentur zufolge auf 3,82 Millionen - 147.000 weniger als ein Jahr zuvor. Viele Bürgergeldempfänger arbeiten, der Verdienst muss jedoch mit Hilfe von Bürgergeld aufgestockt werden, um die Kosten des Lebensunterhaltes zu decken.

Arbeitskräftenachfrage auf niedrigem Niveau stabil

Die Nachfrage nach Arbeitskräften hat sich den Angaben der Bundesagentur zufolge auf niedrigem Niveau stabilisiert. Bei den Arbeitsagenturen waren im März insgesamt 638.000 freie Stellen gemeldet, das sind 5.000 weniger als noch vor einem Jahr. Es bleibt für Arbeitslose somit weiter schwierig, eine neue Stelle zu finden. 

Auf dem Ausbildungsmarkt gibt es weiterhin eine deutliche Deckungslücke. 213.000 junge Leute hatten bis März weder eine Lehrstelle noch eine Alternative gefunden - und das, obwohl mit 366.000 gemeldeten Ausbildungsplätzen mehr Stellen zur Verfügung stehen, als rechnerisch für die 332.000 Bewerber nötig werden. Allerdings unterliegt die Zahl der gemeldeten Stellen einer statistischen Problematik bei der Bundesagentur - die tatsächliche Zahl dürfte Schätzungen zufolge um etwa acht Prozent höher liegen.

Arbeitsmarkt / Deutschland / Arbeitslosigkeit / Wirtschaft / Iran-Krieg / Bundesagentur / Sozialpolitik
31.03.2026 · 13:19 Uhr
[0 Kommentare]
Christian Dürr
Berlin (dpa) - Angesichts der Kandidatur von FDP-Vize Wolfgang Kubicki für den Bundesvorsitz zieht der amtierende Parteichef Christian Dürr seine eigene Bewerbung zurück. Eine Parteisprecherin bestätigte der Deutschen Presse-Agentur einen entsprechenden Bericht der «Bild». «Ich habe keinen Zweifel daran, dass die FDP wieder erfolgreich sein wird», […] (07)
vor 1 Minute
Patrice Aminati
(BANG) - Patrice Aminati gibt ein trauriges Gesundheits-Update. Die Influencerin erhielt vor über drei Jahren eine schlimme Diagnose: Sie leidet an schwarzem Hautkrebs. Seit einiger Zeit wird sie palliativ behandelt – die Krankheit gilt nicht mehr als heilbar. Nun macht die 30-Jährige beunruhigende Neuigkeiten öffentlich: Sie befindet sich […] (00)
vor 1 Stunde
Review: Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds im Test
Die Zukunft der Sprachkommunikation ist da! Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds 2026 – Mein neuer täglicher Begleiter für Business, Reisen und internationale Gespräche. Nachdem ich die Timekettle W4 Pro AI Interpreter Earbuds 2026 seit Mitte Februar 2026 intensiv im Alltag getestet habe – auf Geschäftsreisen in Spanien und Frankreich, bei mehreren […] (00)
vor 16 Stunden
Ghost Master: Resurrection im Test: Spuken wie früher?
Ghost Master: Resurrection ist ein Remake des Originals aus 2003. Ich habe als Kind das Spiel gesuchtet und es war einfach großartig, die CD besitze ich heute noch. 2021 wurde es dann auch auf Steam veröffentlicht und war ohne Probleme spielbar. Jetzt wurde aber mit Ghost Master: Resurrection eine erweiterte Neuauflage des Spiels veröffentlicht. Es […] (00)
vor 15 Stunden
KI-Nacht im ZDF: Zwischen Jobangst, Chancen und Zukunftsvisionen
Das ZDF widmet dem Thema Künstliche Intelligenz eine mehrstündige Programmnacht und beleuchtet Chancen und Risiken für die Arbeitswelt. In der Nacht auf Mittwoch, den 7. Mai 2026, stellt das ZDF seine „Lange KI-Nacht“ ins Programm und bündelt mehrere Dokumentationen und Diskussionsformate rund um die Frage: Was macht Künstliche Intelligenz mit unserer Arbeitswelt? Den Auftakt bildet um 1.00 Uhr […] (00)
vor 1 Stunde
Dynamo Dresden - Hertha BSC
Dresden (dpa) - Pyrotechnik, Platzsturm, Polizei im Großeinsatz: Nach den Fan-Ausschreitungen beim Zweitliga-Abendspiel zwischen Dynamo Dresden und Hertha BSC (0: 1) ist die Bestürzung groß - nicht nur bei den Vereinen. Bei der Polizei sind mehrere Ermittlungsverfahren gegen Fans anhängig. Der Deutsche Fußball-Bund kündigte an, nach den Osterfeiertagen […] (01)
vor 1 Stunde
cryptocurrency, bitcoin, coin, money, digital, finance, crypto, cognac, liquor, clock
Der Bitcoin-Bärenmarkt dauert nun seit sechs Monaten an und zeigt keine Anzeichen einer Erholung. In dieser Zeit wurde ein Zyklustief bei $60.000 erreicht, gefolgt von der aktuellen Konsolidierungsphase. Trotz ermutigender Anzeichen für eine fortgesetzte institutionelle Akkumulation bleiben die bearishen Stimmungen hoch, insbesondere angesichts der […] (00)
vor 1 Stunde
Diabetes: Wenn der Blutzucker aus dem Gleichgewicht gerät
Höchst i. Odw., 05.04.2026 (lifePR) - Diabetes mellitus gehört zu den großen Volkskrankheiten unserer Zeit. Millionen Menschen in Deutschland und weltweit leben mit der Diagnose Typ-1- oder Typ-2-Diabetes. Die Erkrankung ist gekennzeichnet durch einen gestörten Zuckerstoffwechsel, bei dem der Körper entweder zu wenig Insulin produziert oder die Zellen […] (00)
vor 5 Stunden
 
Ukraine-Krieg - Drohnen in der Ukraine
Moskau/Kiew (dpa) - Die Ukraine hat bei neuen Drohnenangriffen auf Anlagen der […] (06)
Buckelwal liegt weiter in Wismarbucht
Wismar (dpa) - Um den Gesundheitszustand des vor der Insel Poel gestrandeten […] (08)
F-35
Washington/Teheran (dpa) - Ein US-Waffenoffizier, dessen Kampfjet über dem Iran […] (09)
Mann stirbt nach Polizeischüssen bei Verfolgungsfahrt
Saarbrücken (dpa) - Bei einer Verfolgungsfahrt in Saarbrücken ist ein 22-Jähriger […] (05)
Duffy
(BANG) - Duffy soll Berichten zufolge einen Vertrag mit einem neuen Management […] (01)
Rohstoff-Krieg in Afrika: Chinas 1,2-Milliarden-Dollar-Schlag gegen den Westen
Das Comeback der Mao-Bahn als strategische Waffe Es ist ein diplomatisches und […] (00)
Disney+ plant «Animorphs»-Serie mit Ryan Coogler
Die Kultbuchreihe über formwandelnde Teenager könnte bald ein großes Streaming-Comeback feiern. […] (00)
Hamburger SV - FC Augsburg
Hamburg (dpa) - Der Hamburger SV und der FC Augsburg haben einen entscheidenden […] (02)
 
 
Suchbegriff