Tragische Bilanz der Proteste im Iran: Tausende Tote und Verletzte
Die Proteste im Iran, die ursprünglich aufgrund der wirtschaftlichen Misere des Landes und der enormen Inflation ihren Anfang nahmen, haben inzwischen eine schockierende Dimension erreicht. Wie die Zeitung "The Sunday Times" berichtet, sollen bei den Unruhen zwischen 16.500 und 18.000 Menschen ums Leben gekommen sein. Überdies haben iranische Kliniken eine alarmierende Anzahl an Verletzten verzeichnet, die sich schätzungsweise auf 330.000 bis 360.000 Menschen beläuft. Besonders bedenklich sind die mindestens 700 bis 1.000 registrierten Fälle, in denen Demonstrierende ein Auge verloren haben. Allein das Augenkrankenhaus Noor in Teheran dokumentierte 7.000 Augenverletzungen.
Erst kürzlich bestätigte der oberste Führer des Iran, Ali Chamenei, dass die Unruhen Tausende Todesopfer gefordert hätten. Zugleich verlautbarte die Iran-Expertin Holly Dagres über das soziale Netzwerk X, dass ein Diplomat 12.000 Tote als realistische Schätzung ansah. Das in den USA ansässige Netzwerk Hrana identifizierte bisher 3.308 bestätigte Todesfälle, während weitere 4.382 noch geprüft werden. Auch die Zahl der Verhaftungen ist mit mindestens 24.266 erschreckend hoch. Die Informationen können jedoch nach wie vor nicht unabhängig verifiziert werden.
Die dramatischen Ereignisse werden verschärft durch eine vom iranischen Regime verhängte Internetsperre, die unabhängige Berichterstattung und Kommunikation massiv behindert. Eine der wenigen Ausweichmöglichkeiten bietet das Satelliten-Internet Starlink von SpaceX. Aktivisten erwarten, dass die bekannten Opferzahlen weiter ansteigen werden, sobald mehr Informationen ans Licht kommen.
Indes haben die Proteste, die Ende Dezember ihren Lauf nahmen, eine deutlich politische Ausrichtung gegen das autoritäre Regime der Islamischen Republik angenommen. Beobachter sind gleichermaßen besorgt und gespannt, wie sich die angespannte Lage im Land entwickeln wird.

