**TKMS: Thyssenkrupps Marinesparte nimmt Kurs auf Eigenständigkeit und Börsengang**
Deutschlands führender Hersteller von Marineschiffen, Thyssenkrupp Marine Systems (TKMS), steht vor einem entscheidenden Wendepunkt: Die Ausgliederung als eigenständiges Unternehmen und der geplante Börsengang gestalten die Zukunft der Sparte neu. Mit dieser strategischen Entscheidung, die auf einer außerordentlichen Hauptversammlung von Thyssenkrupp-Aktionären verabschiedet wurde, soll TKMS mehr unternehmerische Freiheiten gewinnen und damit künftig besser wachsen können. Laut Miguel López, CEO von Thyssenkrupp, steht der Eintrag ins Handelsregister für Mitte Oktober bevor und die Börsennotierung soll unmittelbar folgen.
Im Rahmen der Abspaltung wird Thyssenkrupp jedoch weiterhin eine signifikante Rolle spielen, indem es 51 Prozent der Anteile über eine neue Holding-Gesellschaft behält. Die restlichen 49 Prozent werden den Aktionären von Thyssenkrupp anteilig übertragen. Diese Umstrukturierung soll dem Unternehmen die Flexibilität verschaffen, um auf einem dynamischen Markt schneller und gezielter agieren zu können, erklärte López und verwies auf eine beeindruckende Auftragslage mit Bestellungen im Wert über 18 Milliarden Euro.
Unter der Führung von Oliver Burkhard, ehemaliger Arbeitsdirektor bei Thyssenkrupp, wird TKMS weiterhin seine starke Marktposition im Bau nicht-nuklear angetriebener U-Boote sowie Fregatten und Korvetten halten. Die jüngste Bestellung von zwei weiteren U-Booten aus Singapur unterstreicht die internationale Nachfrage. Auch in der zivilen Schiffbauforschung erzielt das Unternehmen beachtliche Erfolge, wie der Auftrag für das Forschungsschiff "Polarstern 2" verdeutlicht.
Während die Eigenständigkeit die Kapitalmarktzugänge verbessert, wird der Bund weiterhin über eine Sicherheitsvereinbarung bei sensiblen Projekten einbezogen. Diese Maßnahmen sollen bis Ende September in Form eines Eckpunktepapiers finalisiert werden. Ein Einstieg des Bundes sei aktuell nicht vorgesehen, jedoch bleibt Thyssenkrupp offen für Dialoge über potenzielle Beteiligungen.
Die Hauptversammlung spiegelte überwiegend positive Reaktionen von Aktionären wider, die eine optimierte Unternehmensführung durch klare Fokussierung begrüßen. Dennoch gibt es Kritikpunkte, vor allem hinsichtlich der mehrheitlich durch Thyssenkrupp besetzten Führungsstruktur des Aufsichtsrats, was die erhoffte Eigenständigkeit relativiert. Im Zuge des Gesamtkonzernumbaus plant Thyssenkrupp auch eine Neuausrichtung seiner weiteren Geschäftsfelder.

