The Alters: 11 bit studios gibt erste Verkaufszahlen bekannt
In den Hallen von 11 bit studios, dem polnischen Entwicklerstudio, das uns bereits mit emotionalen Schwergewichten wie This War of Mine und Frostpunk konfrontiert hat, dürfte in diesen Tagen der eine oder andere Sektkorken knallen. Ihr neuestes, zutiefst originelles Projekt, The Alters, hat kurz nach dem Start die beeindruckende Marke von 280.000 verkauften Einheiten auf PC, Xbox Series X/S und PlayStation 5 durchbrochen. Doch diese Zahl ist mehr als nur ein kommerzieller Erfolg; sie ist die fulminante Bestätigung für ein narratives Wagnis, das seinesgleichen sucht und dessen zentrale Frage anfangs für leises Stirnrunzeln bei den Machern sorgte: Würde die Welt bereit sein für Jan Dolski und seine unzähligen alternativen Ichs?
Das philosophische Herzstück: Wer bin ich, und wenn ja, wie viele?
The Alters ist kein gewöhnliches Survival-Spiel. Du schlüpfst in die Rolle von Jan Dolski, einem einfachen Arbeiter, der nach einem katastrophalen Crash allein auf einem unwirtlichen Planeten strandet. Seine einzige Überlebenschance: die Erschaffung von „Alters“ – alternativen Versionen seiner selbst, die aus entscheidenden, aber anders getroffenen Lebensentscheidungen resultieren. Plötzlich steht Jan nicht mehr allein da, sondern muss eine mobile Basis mit dem Jan, der Astronaut wurde, dem Jan, der als Botaniker brillierte, und dem Jan, der als Ingenieur scheiterte, am Laufen halten. Jeder Klon bringt nicht nur neue Fähigkeiten, sondern auch eine eigene Persönlichkeit, eigene Traumata und eigene Ansprüche mit. Was als simple Ressourcenbeschaffung beginnt, entwickelt sich rasant zu einem hochkomplexen, psychologischen Kammerspiel über Identität, Reue und die Wege, die wir nicht gegangen sind.
Vom leisen Zweifel zum lauten Jubel
Wie das Studio selbst zugibt, war der Weg von der ersten Idee im Jahr 2020 bis zum fertigen Spiel von einer stillen Unsicherheit geprägt. „Würde das Gameplay zünden? Würden die Themen einen Resonanzboden finden?“ Diese Fragen schwebten über dem gesamten Entwicklungsprozess. Doch die überwältigend positive Resonanz von Kritikern und Spielern hat diese Zweifel in Schall und Rauch aufgelöst. Die Community hat nicht nur das einzigartige Konzept verstanden, sondern es mit offenen Armen empfangen. Ein weiteres Indiz für das immense Interesse ist die schier unglaubliche Zahl von einer Million Steam-Nutzern, die das Spiel noch auf ihrer Wunschliste haben – ein gewaltiges Echo, das den zukünftigen Erfolg des Titels bereits vorwegnimmt.
Überleben durch Persönlichkeit
Der eigentliche Clou von The Alters liegt in der Verwebung von Basismanagement und Beziehungsdrama. Du musst nicht nur Erze abbauen und die Sauerstoffversorgung sicherstellen, sondern auch die sozialen und psychologischen Dynamiken deiner multiplen Selbst managen. Der Techniker-Jan verachtet vielleicht den intellektuellen Wissenschaftler-Jan, während der sensible Künstler-Jan unter der harschen Realität des Überlebenskampfes zerbricht. Deine Aufgabe ist es, dieses fragile soziale Ökosystem im Gleichgewicht zu halten, Konflikte zu schlichten und die Stärken jedes einzelnen Ichs so zu nutzen, dass die gesamte Gruppe überlebt. Es ist ein brillantes, forderndes und zutiefst menschliches Puzzle, verpackt in ein packendes Sci-Fi-Abenteuer.

